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Neue Heilwissenschaft

Louis Kuhne, Leipzig 1896

 

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Behandlung und Heilung von Wunden ohne Medikamente und ohne Operationen.
Von Louis Kuhne.

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Schnitt-, Stich-, Quetsch- und Risswunden.


Ist eine Verletzung des Ké°Žpers durch Schnitt, Stich, Quetschung oder Riss eingetreten, so entleeren die dabei geé°‚fneten gré°seren oder kleineren Blutgefé‹se durch den inneren Druck so lange Blut nach aussen, bis jener Druck durch einen 鋟sseren Gegendruck aufgehoben wird. Dieser Vorgang, bei meiner Wundbehandlung eine bedeutende Rolle spielend, m鯿hte noch eine genauere Pr黤ung erfahren. Auf uns Menschen lastet bekanntlich ein hoher Luftdruck, welcher, genau berechnet, auf das Quadratcentimeter etwa 1 Kilogramm betré‹‘t. Unser Ké°Žper w黵de diesen Druck niemals aushalten ké°Šnen, wenn er nicht in seinem Innern einen bedeutenden Gegendruck zur Verf黦ung h鋞te, durch den der 鋟ssere Luftdruck aufgehoben wird. Beim Besteigen von Bergen wird vielleicht schon manchem die Verschiedenartigkeit jenes Druckes aufgefallen sein. Auf sehr hohen Bergen oder bei Fahrten in Luftballons wird der 鋟ssere Luftdruck so schwach, dass vielen Menschen das durch den grossen inneren Druck herausgepresste Blut aus Mund und Nase, aus Augen und Ohren stré°‰t. Steht der innere Druck dem 鋟sseren wieder gleichmé‹sig gegen黚er, so hé°Žt auch sofort das Bluten auf. Genau so ist es bei Verletzungen mit den Blutungen. Durch die Verwundung wird der Ké°Žper an der verletzten Stelle seiner Wandungen beraubt, durch welche er den inneren Blutdruck auf die ihm bestimmten Wege beschr鋘kt. Als erstes Zeichen der Verwundung durch Stich, Schnitt etc. tritt eine Blutung ein. Es handelt sich also zuné‹hst um die Stillung dieser Blutung. Je nach der Gré°se und Tiefe der Verwundung, je nachdem gré°sere oder kleinere Blutgefé‹se dadurch verletzt worden sind, wird der Blutdruck ein gré°serer oder schwé‹herer sein. Wenn es irgend mé°ƒlich ist, vermeide man jedes Unterbinden von Blutgefé‹sen, weil durch das Abbinden der Adern ein Eingriff in den Organismus gemacht wird. Derselbe kann niemals im Sinne der vorsehenden Natur liegen und wird stets auf den normalen Blutkreislauf hemmend einwirken. Es giebt andere Mittel, welche wirksamer sind, um die Blutung zu stillen und die dabei ein Unterbinden vé°ˆlig unné°ig machen. Nur da, wo durch Verletzung zu grosser Blutgefé‹se in kurzer Zeit ein so grosser Blutverlust zu erwarten steht, dass dadurch das Leben des Betreffenden Gefahr l鋟ft und man die notwendigen Umschlé‹‘e nicht gleich bei der Hand hat, ist ein Unterbinden von Adern, ein Abbinden von Gliedmaassen am Platze.

Mit der Blutung pflegen nun auch meist Schmerzen einherzugehen, die gleichzeitig mit derselben gestillt werden mé»¶sen.

Es giebt hierf黵 kein geeigneteres Mittel, als die Wunde mit mehrfach zusammengelegter nasser Leinwand gut und zwar so dick zu verbinden, dass dadurch der innere Blutdruck und mit ihm die Blutung aufgehoben wird. Wenn es irgend m鰃lich ist, halte man darauf den verwundeten K鰎perteil so lange in kaltes Wasser, bis die Schmerzen gestillt sind. Mehrere Stunden kann dies dauern. Ist dies aber nicht m鰃lich, so k黨le man wenigstens, kaltes Wasser auf den Umschlag tr鋟felnd, den verletzten K鰎perteil dauernd ab.

Wie stark, d. h. wievielmal zusammengelegt die grobe Leinwand zu diesem Zwecke sein muss, richtet sich nach der Art der Verwundung, d. h. nach dem gré°seren oder geringeren inneren Blutdruck. Bei kleineren Wunden gen黦t 2?? maliges Zusammenlegen des Umschlagtuches, bei gré°seren 10?5?0?0faches. W黵de man auf eine gré°sere Verletzung einen zu dé»±nen Umschlag legen, so w黵de das weder eine Blutung verhindern, noch eine schnelle Heilung herbeif黨ren. So heilen beispielsweise Fingerschnitte unter einer dicken zwanzigmal zusammengelegten Wasserkompresse viel langsamer und schwerer als unter einer dé»±neren, vielleicht zwei- bis viermal 黚ereinandergelegten.

Der Leinwand-Umschlag (Wasserkompresse), muss so zusammengelegt sein, dass er die Gré°se der Wunde an allen Seiten nur um wenige Centimeter 黚erragt. Dadurch wird die Blutzirkulation, deren ungehinderter Gang bei der Heilung von allergré°ster Wichtigkeit ist, in den Nachbarteilen nicht behindert. 躡er den Wasserumschlag selber wird dann nur eine wollene Binde ein oder mehreremale herumgeschlungen, wodurch derselbe festgehalten und der Druck regulirt werden kann. Es tritt damit gleichzeitig wieder die richtige Ké°Žperw鋜me ein. Vor dem Auflegen wird die Kompresse in reines, kaltes, wenn mé°ƒlich weiches Wasser eingetaucht und leicht ausgerungen. So lange die K黨lung durch dieselbe andauert, werden auch keine erheblichen Schmerzen obwalten. Ist der Umschlag erw鋜mt, so muss er in frischem, kalten Wasser erneuert werden. Der Schmerz giebt immer das Signal zu erneutem Handeln. Ein h鋟figer Wechsel wird namentlich anfangs erforderlich sein.

Ohne tiefere Kenntnis des Wesens der Wasserbehandlung haben die Vertreter der Schulmedizin, das sei hier eingef黦t, seit einiger Zeit eine echt "medizinisch-chirurgische" Verbesserung gefunden, né‹—lich eine Gummilage zwischen Umschlag und Wolltuch. Eine solche Art von Wasserumschlé‹‘en empfiehlt sich nicht. Hindert doch erfahrungsgemé‹s der Gummi die Verdunstung des Wassers im Umschlag und die freie Ausdé»±stung des Ké°Žpers. Die Wasserbehandlung wird damit ganz illusorisch, denn nie und nimmer kann ein solcher Umschlag den gewé»±schten Erfolg herbeif黨ren. Wer aus Furcht, das Bett nass zu machen, zu einer Gummilage seine Zuflucht nehmen m鯿hte, mag sich eines anderen belehren lassen. Ich warne vor einer Anwendung dieses ganz zu verwerfenden Mittels.

Wie wir schon oben gesehen haben, 黚t eine reizlose Di鋞 einen hervorragend g黱stigen Einfluss. auf die Heilung von Wunden aus. Je weniger und reizlosere Nahrung gereicht wird, um so g黱stiger wird sich der Erfolg gestalten. Grahambrot, Obst und Wasser ohne weitere Zuthaten ist das geeignetste. In erster Linie sind alle warmen und reizbaren Speisen zu meiden. Die leicht und am schnellsten verdaulichen sind aber die besten, weil sie die wenigste W鋜me im K鰎per erzeugen. Gerade dieser Umstand f鋖lt bei der Wundbehandlung nicht unerheblich ins Gewicht.

Noch ein weiteres, den Heilprozess untersté»·zendes und fé°Žderndes Mittel, soweit es anwendbar ist, sei aber hier besonders hervorgehoben, né‹—lich meine ableitenden Rumpfreibe- und Reibesitzb鋎er. Durch deren Gebrauch wird jedem Wundfieber in der denkbar sichersten Weise vorgebeugt oder eine Ableitung der bereits vorhandenen, é°Žtlichen Fieberhitze bewirkt. Gleichzeitig wird aber auch die Lebenskraft des gesamten Organismus dadurch derartig angefacht, dass sie das Heilungsgesché‹t in der gé»±stigsten Weise zu beschleunigen vermag. Besonders notwendig sind diese B鋎er f黵 alle die, welche an starker Belastung mit Fremdstoffen leiden. Bei der hier dargelegten Behandlungsart heilen die Wunden nicht nur schnell, sondern es bleiben auch nicht jene entstellenden Narben zur點k, wie sie bei dem antiseptischen Verfahren so oft zu Tage treten. Einige Beispiele mé°ƒen auch hier das Gesagte best鋞igen.

In einer Fabrik war ein 45 jé‹’riger Mann mit der linken Hand in die Kreissé‹‘e gekommen, welche ihm den Ballen zwischen Zeigefinger und Daumen dermassen aufriss, dass das Fleisch an der Kreissé‹‘e herumspritzte. Der Knochen war gl點klicherweise unverletzt geblieben. Einige Minuten nach diesem Vorfall fiel der Yerwundete in Ohnmacht, aus der er erst nach einer halben Stunde wieder erwachte. Mittlerweile hatte man ein leinenes Hemd mehrfach zusammengelegt, fest um die verwundete Hand geschlungen und so fest zusammengebunden, dass das Bluten so gut wie ganz aufhé°Žte. In dieser Weise wurde die Hand in eine Sché»¶sel kaltes Wasser gehalten. Bei dieser Manipulation Hessen die Schmerzen schon in einer Stunde erheblich nach und waren im Laufe eines Tages vé°ˆlig gewichen. War es né°ig, das K黨len in den ersten Tagen Tag und Nacht vorzunehmen, so konnte man bereits am vierten Tage daran gehen, den grossen Umschlag zu verkleinern, so dass nicht mehr die ganze Hand umschlungen werden durfte. Es wurde jetzt ein circa 20 fach zusammengelegter Umschlag 黚er die Wunde gelegt und gut mit einem wollenen Tuche, um die ganze Hand geschlungen, angedr點kt. Durch das wollene Tuch kam nun die 黚rige Hand schnell zur Erw鋜mung, wodurch wieder eine gehé°Žige Blutzirkulation stattfinden konnte. Anfangs musste der Umschlag aller halbe Stunden, sp鋞er in immer l鋘ger werdenden Zwischenr鋟men mit kaltem Wasser begossen werden, bis in ungefé‹’r vierzehn Tagen die Wunde derart verheilt war, dass eine direkte Behandlung derselben 黚erflé»¶sig wurde. Nach vier Wochen konnte jener Mann die Hand zur Arbeit wieder gebrauchen. Dabei sei erwé‹’nt, dass bereits vom zweiten Tage der Heilung an der Patient auch té‹‘lich zwei Rumpfreibeb鋎er nahm, was den Heilungsprozess wesentlich begé»±stigte. Der Gesundheitszustand des beregten Patienten war im 黚rigen durchaus kein guter.

Bei einer antiseptischen Behandlung w黵de h鯿hst wahrscheinlich eine sehr langwierige und schmerzhafte Heilung zu stande gekommen sein. Der Arzt d黵fte in diesem vorerwé‹’nten Falle jedenfalls die Wunde zusammengené‹’t haben. Steifbleiben des Daumens, Gef黨llosigkeit desselben w鋜en dann zweifellos die Folge gewesen. Bei meinem Verfahren verheilte die Hand, ganz abgesehen von der Schnelligkeit, dergestalt, dass auch nicht das geringste von einer Narbe zu sehen war. Klaffte auch anfangs die Wunde oben ganz bedeutend auseinander, so heilte der Ké°Žper doch von innen heraus die Wunde zu; die Wundr鋘der fielen in nicht allzu langer Zeit von selber ab. Da nun mehrere wichtige Nervenleitungen durch die Verwundung zersté°Žt wurden, war die Hé‹–fte des Daumens zuné‹hst noch vé°ˆlig gef黨llos geblieben, so dass der Patient noch Monate lang kleine Gegenst鋘de mit dem Daumen nicht zu fassen und zu halten vermochte. Nachdem er aber l鋘gere Zeit meine ableitenden B鋎er fortgesetzt hatte, trat bei ihm wieder das normale Gef黨l ein.



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Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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