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Hygiene des Geschlechtslebens

Max von Gruber, Bücherei der Gesundheitspflege Band 13, 5. Auflage, Stuttgart 1912

 

Kapitel 2: Vererbung und Zuchtwahl.
Von Professor Dr. Max von Gruber.


2. Kapitel. Vererbung und Zuchtwahl.



Im vorhergehenden Kapitel ist es mir vor allem darum zu tun gewesen, dem Leser zu zeigen, daß die aufeinanderfolgenden Generationen aufs allerengste miteinander verknüpft sind. Geformte Teile des elterlichen Körpers haben sich losgelöst und setzen in dem neuen Gebilde, das wir Individuum nennen, nur das Leben fort, das sie im elterlichen Körper geführt haben. Das Neue an dem neuen Jndividuum ist nur, daß eine neue Mischung von Lebendigem erfolgt ist. Wir sind, wenigstens den Anlagen nach durchaus, körperlich und geistig die Geschöpfe unserer Eltern und Ahnen. In dem elterlichen Chromatin, in dem Keimplasma wie es auch genannt wird, ist unsere ganze Organisation vorherbestimmt. Durch das Keimplasma ist vorherbestimmt gewesen, daß wir Angehörige der Spezies Mensch geworden sind; von ihm hängen die Farbe unserer Haut, die Beschaffenheit unserer Haare, der Bau des Schädels und alle anderen Eigentümlichkeiten der Menschenrasse ab, die wir an uns tragen, alle Eigentümlichkeiten unseres Volksstammes innerhalb der Rasse, innerhalb der Eigentümlichkeiten des Volksstammes wieder alle Besonderheiten der Familie und alles mit der Individualität unserer Eltern übereinstimmende in uns. Die Farbe unserer Augen, die Gestalt der Nase, des Mundes, der Ohren, die Statur, der Gang, die Gebärde, die Sprechweise, die geistige Begabung, der Charakter, das Talent und Temperament, kurz alles ist hier im Keimplasma in der Hauptsache schon festgelegt, so groß und wichtig auch die äußeren Einflüsse sind, die die Keime während ihrer Entwicklung und bis zu ihrer Vereinigung oder das Individuum nach der Vereinigung der elterlichen Keime treffen.

Wenn trotzdem selbst die Kinder gleicher Eltern in der Regerl untereinander verschieden sind und nicht selten sogar sehr auffällige Unterschiede zeigen, so rührt dies - wenn wir von der merkwürdigen, noch nicht genügend aufgeklärten Tatsache der sog. Mutationen hier absehen - hauptsächlich von zwei Umständen her. Erstens davon, daß kaum jemals die Bedingungen, unter denen sich zwei Individuen entwickeln, ganz gleich sind und die Verschiedenheit der Lebensbedingungen bei gleichen Anlagen Verschiedenheiten des Ansehens und der Leistungen der Individuen herbeiführen (Modifikation, LebenslageVariation). Zweitens aber, und dies ist viel wichtiger! - erhalten kaum jemals die Kinder desselben Elternpaares tatsächlich gleiche Anlagen. Die Keimstoffe sind nämlich nichts Einheitliches. Die Erbmasse ist ein Konglomerat einer ungeheuren Anzahl einzelner Anlagen (Erbeinheiten), welche in hohem Maße unabhängig von einander vererbt werden. Wir haben gehört, daß bei der Reife der Keimzellen die Hälfte der Chromosomen und des Chromatins ausgestoßen werden. Bei dieser Ausstoßung trennen sich die zusammengehörigen väterlichen und mütterlichen Anlagen von einander und nur eine von ihnen bleibt in der reifen Keimzelle zurück (z. B. die Anlage zu brauner Augenfarbe, die vom Vater ererbt war, oder die Anlage zu blauer, die etwa von der Mutter ererbt war). Es ist aber rein zufällig, welche von diesen beiden Anlagen im einzelnen Falle zurückbleibt. Da es sich dabei um eine ungeheuere Zahl von Anlagenpaaren handelt, ist es klar, daß aus diese Weise eine ungeheuere Zahl von Kombinationen der Anlagen bei der Weisung der Keimzellen entstehen muß; sowohl bei denen des Mannes, wie bei denen der Frau. Und wieder ist es völlig dem Zufall anheimgegeben, welche von diesen verschiedenartigen Keimzellen des Vaters und der Mutter bei der einzelnen Befruchtung gerade zusammentreffen. Und nun wirken diese neukombinierten zusammengehörigen Anlagen wieder in verschiedener Weise auseinander; mischen sich in einem Falle in ihrer Wirkung, während in einem anderen Falle die eine die andere völlig unterdrückt. Alle diese Umstände müssen bewirken, daß fast niemals zwei Individuen einander ganz gleich werden, müssen jene Unterschiede alles Geborenen in bezug aus Gestalt, Körperkraft, Gesundheit, Begabung, Tatkraft herbeiführen, die zwar im Vergleiche zu dem uoereinstimmenden klein, trotzdem aber für Wert und Schicksal des Jndividuums entscheidend sind!

Wie weit die Abhängigkeit der Beschaffenheit der Nachkommen von der Beschaffenheit der elterlichen Zeugungstoffe geht, wird durch nichts klarer bewiesen als durch das Vorkommen von sog. identischen Zwillingen, zum Verwechseln ähnlicher Individuen, die infolge einer Störung des normalen Entwicklungsganges aus einem Ei und einem Samenkörperchen entstanden sind.

Wenn beim Menschen die Vererbung der individuellen Besonderheiten der Eltern aus die Nachkommen nicht ausfallender ist, so rührt dies davon her, daß wir bei der Gattenwahl meistens aus diese Eigentümlichkeiten keine Rücksicht nehmen, sondern von ganz anderen Beweggründen uns leiten lassen. Mit welcher Vollkommenheit individuelle Eigenschaften der Eltern auf die Nachkommenschaft vererbt und bei ihr ausgebildet werden können, zeigt die künstliche Zuchtwahl, die der Mensch unter seinen Haustieren und Kulturpflanzen trifft. Die Mittel, die er dabei anwendet, sind: Auslese der vollkommensten oder mit einer bestimmten erwünschten Eigenschaft ausgestatteten Exemplare für die Zucht, Kreuzung möglichst ähnlicher Individuen, Auslese der Nachkommen in demselben Sinne, Inzucht der erwünschten Varietät, strenge Reinzucht der Rasse, strengster Ausschluß aller minderwertigen, fehlerhaften oder kranken Exemplare von der Fortpflanzung und jeder Vermischung mit fremdem Blute, sorgfältige Pflege der Brut. So gelingt es, binnen weniger Generationen Stämme von vollendeter Schönheit und Tüchtigkeit oder von auffallendster Besonderheit zu züchten. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß, wenn wir unter uns in ähnlich sorgfältiger Weise Zuchtwahl treiben würden, binnen weniger Generationen Menschenstämme erzeugt werden könnten, die alles, was es bisher von Menschen gegeben hat, an Schönheit, Kraft und Tüchtigkeit weit hinter sich lassen würden, oder aber auch Stämme von abenteuerlichster körperlicher oder geistiger Abnormität.

An nichts kranken die menschlichen Zustände so sehr, als daß viel zu viele Minderwertige, Dumme, Schwache, Faule, Gesellschaftsfeindliche erzeugt werden und viel zu wenig Vollwertige, Gescheite, Starke, Strebsame, Gemeinsinnige! Zwangsweife läßt sich auf absehbare Zeit die Züchtung einer edlen Menschenrasse nicht durchführen. Aber jeder sollte beim Abschluß der Ehe daran denken, daß die Kinder nicht vom Himmel fallen und Edles in der Regel nur von edlem Stamme kommt, gut geratene Kinder nur von gut geratenen Ahnen, und die tüchtige Jugend sollte daher das hohe Ideal der bewußten Erzeugung und Fortpflanzung körperlich, geistig und sittlich bestbeanlagter Familienstämme erfassen und freiwillig befolgen. Vor solchen Generationen von Tüchtigen aus Tüchtigen müßten Minderwertigkeit und Nichtswürdigkeit bald das Feld räumen.

Wenn wir auch nicht zwangsweise Übermenschen züchten können, mit jener Gedankenlosigkeit und Leichtfertigkeit wie bisher darf es bei der Kindererzeugung jedenfalls nicht weitergehen. Es muß ins allgemeine Bewußtsein übergehen, daß es eines der schlimmsten Verbrechen ist, Kinder zu erzeugen, von denen man vorher wissen kann, daß sie höchstwahrscheinlich verkümmert, verkrüppelt, krank oder mit schwerer Krankheitsanlage behaftet sein werden. Tausende und Tausende werden erzeugt, die besser ungezeugt geblieben wären. Namenloses Elend, eine unendliche Summe von Schmerz und Qual wird dadurch immer von neuem in die Welt gebracht! Vernunftbegabten Wesen geziemt es nicht, so zu handeln.

Wenn ein Mensch von Geburt auf mit Fehlern oder Krankheit behaftet, zu bestimmten Erkrankungen veranlagt oder im allgemeinen schwächlich und wenig widerstandsfähig ist, so kann dies sehr verschiedene Ursachen haben. Es kann darauf beruhen, daß er aus von den Ahnen her fehlerhaften oder minderwertigen Keimstoffen hervorgegangen ist (Vererbung im eigentlichen Sinne); es kann aber auch sein, daß von Hause aus gutgeartete Keimstoffe erst im Leibe der Eltern verschlechtert worden sind (Keimverderb); es kann sein, daß ein aus gesunden und kräftigen Keimen hervorgegangener Sprößling während seines Lebens im Mutterleibe geschädigt oder krank geworden ist; und es gibt endlich auch nicht wenige Fälle, wo es nur so scheint, als ob das Kind bereits krank und minderwertig geboren worden wäre und in Wahrheit seine Krankheit oder Minderwertigkeit auf Schädigungen beruhen, die es erst nach der Geburt in seiner frühesten Kindheit erfahren hat. Es ist wichtig, diese Dinge zu unterscheiden, da sie beim Abschluß der Ehe und bei der Kindererzeugung berücksichtigt werden müssen.

Was die im eigentlichen Sinn vererblichen Fehler und Mängel des Keimplasmas anbelangt, so ist zunächst zu sagen, daß es eine Reihe von Bildungsfehlern gibt, die bei sonstiger normaler Beschaffenheit von Generation aus Generation, manchmal mit Überspringung einzelner Glieder der Kette, vererbt werden. Zum Teile sind sie ganz geringfügig und nicht beachtenswert, z. B. Muttermale oder Vertäuschung von rechts und links bei der Lagerung der Eingeweide. Viel bedeutungsvoller ist die Vererbung von schlechter, zu Karies neigender Zahnbeschaffenheit, von Kurzsichtigkeit, von Farbenblindheit und anderen Fehlern des Auges, von gewissen Formen unheilbarer, fortschreitender Schwerhörigkeit, die Vererbung überzähliger Finger und Zehen, der Hasenscharte (gespaltene Oberlippe und Oberkiefer), des Wolfsrachens (gespaltener Gaumen), von Mißbildungen der Finger und der Hände. Höchst ungünstig für die Nachkommenschaft ist die vererbliche Verkümmerung der Brustdrüse, wegen der damit verbundenen Unfähigkeit zum Stillen. Ein anderer böser ererbter Bildungsfehler ist die sog. Bluterkrankheit oder Hämophilie. Die geringste Verletzung kann beim "Bluter" fast unstillbare Blutverluste und selbst den Tod durch Verblutung herbeiführen. Höchst merkwürdig ist es bei dieser glücklicherweise seltenen Krankheit, daß sie nur bei den männlichen Nachkommen auftritt, so daß z. B. die Tochter eines Bluters gesund ist, aber Bluter gebärt. Diese Latenz (das Verborgenbleiben) der Fehlerhaftigkeit in den weiblichen Gliedern eines Familienstammes kommt übrigens auch bei anderen krankhaften Vererbungen vor.

Auf vererbten Fehlern der Keimstoffe beruht ferner die Neigung der Mitglieder mancher Familien zu gewissen Stoffwechselkrankheiten, wie namentlich zur Gicht, zur Fettsucht, zur Zuckerharnruhr; die Neigung zu gewissen langwierigen Hautkrankheiten, insbesondere zu den sog. Flechten. Auch gewisse Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße, die zum Schlagflusse führen, scheinen auf erblicher Grundlage zu entstehen, und auch bezüglich der Krebsgeschwülste wird erbliche Anlage von manchen vermutet.

Allgemein bekannt ist endlich, daß in einzelnen Familien die Neigung zu Geisteskrankheiten und nervös e n Leiden mannigfacher Art sich forterbt. Dabei ist bemerkenswert, daß die Art des Nervenleidens bei den verschiedenen Familiengliedern sehr verschieden sein kann. Einige zeigen reizbare Schwäche oder Exzentrizität in ihren Meinungen und Neigungen, andere leiden an Krämpfen, Lähmungen, Epilepsie; neben eigentlichen Geisteskrankheit ten treten Hysterie, Hypochondrie, Trunksucht, Neigung zu geschlechtlichen Ausschweifungen, zu Selbstmord, zu Verbrechen auf. Das Vererbte ist meist nur eine abnorm leichte Störbarkeit und Verwundbarkeit des Nervensystems.

Welche Krankheit sich dann tatsächlich entwickelt, scheint bis zu einem gewissen Grade vom "Zufall" abzuhängen. Nach neueren Forschungen ist es aber sehr wahrscheinlich, daß es unter sich verschiedenartige krankhafte Veranlagungen des Nervensystems gibt; z. B. besondere Anlagen zu Verrücktheit, zu Epilepsie usw. Ein erheblicher Bruchteil der Nachkommen pflegt selbst bei schwerer Belastung von wirklicher Erkrankung freizubleiben. Bei schwerster Belastung zeigen einzelne Familienglieder auch körperliche Bildungs- und Entwicklungsfehler (die sog. Degenerationszeichen).

Viel häufiger als eine solche begrenzte Fehlerhaftigkeit der Keime, die sich in bestimmten Bildungsfehlern und Krankheitsanlagen der im übrigen vielleicht völlig gesunden und kräftigen Nachkommen äußert, ist ihre Minderwertigkeit und Schwächlichkeit im ganzen, wie sie in der Lebensschwäche und kümmerlichen körperlichen, intellektuellen und moralischen Entwicklung des Kindes und in seiner Kränklichkeit, d. h. seiner geringen Widerstandsfähigkeit gegen äußere Schädlichkeiten, zutage tritt.

Diese Lebensschwäche der Keime kann wieder etwas sein, was schon von den Vorfahren ererbt ist. Meistens aber ist sie erst die Folge der ungünstigen Bedingungen, unter denen die Keime im Körper der Eltern gewachsen sind.

So ist die Schwächlichkeit der Kinder nicht selten einfach auf das unpassende Alter der Eltern zurückzuführen. Nur innerhalb einer gewissen Lebensperiode steht die Keimbildung auf voller Höhe. Kinder zu junger Eltern (Mutter unter 20, Vater unter 24 Jahren) sind nicht selten lebensschwach und sterben daher zahlreicher schon im ersten Lebensjahr wieder ab. Es kommen bei ihnen auch auffallend häufiger Bildungsfehler, wie Hasenscharte, Wolfsrachen, Idiotie, vor, zum Zeichen, daß die Keimstoffe der Jugendlichen häufig nicht allein weniger kräftig, sondern auch mit Fehlern behaftet sind. Bemerkenswert ist auch, daß jugendliche Mütter verhältnismäßig häufig Zwillinge gebären. Sie teilen diese Eigenschaft mit den älteren Frauen. Wie die zu jungen gebären zu alte Frauen häufig lebensschwache Kinder. Auch Idiotie kommt unter den Kindern von Frauen über 40 Jahre häufiger vor als unter solchen von Frauen in der Vollkraft. Ebenso wie höheres Alter der Mutter wirkt das des Vaters (über 50 Jahre) im Durchschnitt ungünstig.

Ungünstig auf die Produktion der Keimstoffe wirken schlechte äußere Lebensbedingungen, wie unzureichende Ernährung, körperliche überanstrengung durch Arbeit, durch geschlechtliche Exzesse beim Manne, zu zahlreiche und zu rasch auseinanderfolgende Schwangerschaften bei der Frau, ungünstiges Klima (Aussterben der europäischen Familien in den Tropen) und anderes.

Auch manche akute und namentlich chronische Erkrankungen des elterlichen Körpers schädigen die Keimstoffe. Weitaus am gefährlichsten sind ihnen die chronischen Vergiftungen.

Als der Nachkommenschaft besonders gefährliche Gifte sind zu nennen: der Alkohol, das Morphium, die giftigen Metalle und unter diesen das Blei und das Quecksilber, ferner gewisse von Mikrobien herrührende Gifte.

Unter diesen letzteren ist mit Recht besonders berüchtigt das syphilitische Gift. Dieses Gift vor allen führt zum Verderb vieler von Hause gesunder Keimstoffe und bedroht die modernen Völker mit Degeneration.

Infolge der Vergiftung des elterlichen Organismus mit diesem Gifte kommt es zu einer Verkümmerung der Zeugungsstoffe, die sich in dem Austreten von Fehl-, Früh- und Totgeburten, in Lebensschwäche der Kinder, Mißbildungen und Verkümmerungen, nervösen Leiden, allgemeinem Siechtum und geringer Widerstandskraft gegen äußere Schädlichkeiten äußert. Besonders nachdrücklich möchte ich darauf hinweifen, daß die elterliche Syphilis in sehr hohem Maße für Tuberkulose zu disponieren scheint.

Nächst dem Syphilis-Gifte dürfte der Alkohol die wichtigste Ursache des Keimverderbs sein. Es ist erwiesen, daß Säufer sehr häufig unfruchtbar sind und daß dies auf einem vorzeitigen Schwund der Hoden beruht. Unzählige ärztliche Erfahrungen scheinen zu beweisen, daß schon eine geringergradige chronische Vergiftung des elterlichen Körpers in einer geringeren Lebensfähigkeit, Schwächlichkeit und Kränklichkeit der Nachkommen im allgemeinen und insbesondere in der Minderwertigkeit ihres Nervensystems sich äußert. Kinder von eigentlichen Trinkern leiden überaus häufig an Jdiotie, Geisteskrankheiten, Epilepsie, Trunksucht usw., wobei es allerdings schwierig zu entscheiden ist, inwieferne nicht schon die Trunksucht des Vaters als ein Zeichen für seine eigene ererbte Krankhaftigkeit des Zentralnervensystems anzusehen ist.

Bei elterlicher Syphilis kommt aber auch noch etwas anderes vor als Verkümmerung der Keimstoffe im kranken elterlichen Körper. Jn einem gewissen Stadium der Syphilis kann Ansteckung des befruchteten Keimes sowohl von der Mutter als vom Vater her erfolgen, so daß das Kind bereits mit Syphilis behaftet geboren wird oder schon im Mutterleibe infolge der Ansteckung mit Syphilis abstirbt.

Solche Fälle sind leider sehr häufig.

Anders steht es bei der Tuberkulose der Eltern. Es kann auch hier vorkommen, daß das Kind bereits mit dem Tuberkelbazillus angesteckt geboren wird. Dies scheint indessen nicht vom Vater, sondern nur von der Mutter aus möglich zu sein und überaus selten vorzukommen. Erst nach der Geburt droht dem Kinde die Hauptgefahr, von seinen tuberkulösen Eltern oder sonstigen Verwandten angesteckt zu werden. Besonders gefährlich ist ihm der Tuberkelbazillen enthaltende Auswurf der Mutter und ihre Tuberkelbazillen enthaltende Milch. Die Gefahr ist um so größer, als eine überaus häufige Folge der elterlichen Tuberkulose Schwächlichkeit und Kränklichkeit der Kinder ist, wodurch ihre Widerstandskraft allen äußeren Schädlichkeiten gegenüber von vornherein herabgesetzt ist.

Man spricht aber auch von ihrer spezifischen Neigung, an Tuberkulose zu erkranken. Man spricht sogar von einem "tuberkulösen Habitus". Leute mit "tuberkulosem Habitus" sind charakterisiert durch große Körperlänge bei geringem Brustumfang, langem, flachem, oben engem Brustkorb mit abstehenden Schulterblättern und durch schlechte, schlaffe Körperhaltung. Diese Leute sind dabei mager, blutarm und größerer körperlicher Anstrengung nicht gewachsen, leicht in Schweiß versetzt; sehr häufig sind sie nervös leicht erregbar, von rascher Auffassung und lebhaftem Gemüte, aber von geringer Ausdauer. Ihre Muskeln sind schwach entwickelt, ihre Schleimhäute zart und blaß, ihr Appetit und ihre Verdauungskraft häufig gering. Ihr Herz ist leicht erregbar, aber schwach. Auffallend ist bei ihnen der rasche Wechsel von Nöte und Blässe des Gesichtes, die Kühlheit von Händen und Füßen. Die genauere anatomische Untersuchung hat gezeigt, daß ihr Herz im Verhältnisse zu ihrer Körpergröße zu klein, ihre Blutgefäße zu eng sind.

Dieser Habitus kann indessen auch bei Kindern von Eltern auftreten, welche weder tuberkulös erkrankt noch hereditär belastet sind. Er kann andererseits bei Kindern tuberkulöser Eltern fehlen. Er führt auch keineswegs mit Notwendigkeit zu tuberkulöser Erkrankung. Es ist überhaupt zweifelhaft, ob es eine spezifische Disposition für Tuberkulose gibt und ob nicht die Häufigkeit der Tuberkulose in gewissen Familien neben der schon erwähnten Schwächlichkeit und geringen Widerstandsfähigkeit von Kindern kränklicher Eltern überhaupt einfach auf der frühzeitigen massenhaften Ansteckung beruht, der die Kinder in solchen Familien, in der Nachbarschaft von Hustenden und Spuckenden, ausgesetzt sind. Tatsächlich kann man nachweisen, daß die Kinder aus solchen Familien schon in den ersten Lebensjahren bis zu 90 und l00 Prozent infiziert werden; während es bei Kindern aus nicht tuberkulösen Familien l8 und noch mehr Jahre dauern kann, bis alle infiziert sind. Übrigens kommt es auch nach erfolgter Ansteckung in der Regel nur unter Zusammenwirken ungünstiger Umstände, unter denen namentlich schlechte Ernährung, körperliche Überanstrengung, Exzesse in baocho et venere und schwächende Krankheiten zu nennen sind, zum Ausbruch der Krankheit. Unter dem Zusammenwirken solcher Einflüsse können auch Menschen aus gesundem Stamme an Tuberkulose erkranken; die Nachkommen von tuberkulösen Eltern erkranken nur leichter und daher häufiger und erliegen der Krankheit rascher. In den schlimmsten Fällen vermögen die sorgfältigste Pflege, die beste Ernährung, die größte körperliche Schonung Erkrankung und Tod im kräftigsten Lebensalter nicht zu hindern. Aber so schlimm steht es glücklicherweise selten. In den meisten Fällen kann man durch möglichst frühzeitige Absonderung der Kinder von Personen mit offener Tuberkulose und durch Schaffung guter hygienischer Verhältnisse, durch Vermeidung aller Ausschweifungen, durch Enthaltsamkeit von Alkohol auch solche disponierte Personen vor der Krankheit bewahren. Man ist jetzt geneigt anzunehmen, daß ihre Neigung, an Tuberkulose zu erkranken, davon herrührt, daß sie seit der ersten Kindheit in einzelnen tuberkulös erkrankten Organen, z.B. in erkrankten Lymphdrüsen, besonders reichliche Mengen von Tuberkelbazillen mit sich herumtragen die gelegentlich in die Lunge geraten und hier die Schwindsucht hervorrufen können.

Im Zusammenhange mit der Vererbung muß auch die sog. Inzucht besprochen werden, d.h. die Kindererzeugung zwischen nahen Blutsverwandten. Sie ist nicht an sich schädlich. Dies lehren die Erfahrungen der Tier und Pflanzzenzüchter, die gerade durch eine umsichtige Inzucht vorzügliche Rassen herzustellen imstande sind. Sie darf sich nur nicht in zu vielen Generationen wiederholen, sonst führt sie zu Unfruchtbarkeit. Alle Völker, welche eine bedeutende Rolle in der Geschichte gespielt haben, sind ohne Zweifel aus einer ziemlich weit getriebenen und lange fortgesetzten Inzucht hervorgegangen.

Die Gefahr der Inzucht für den Menschen liegt darin daß nahe Verwandte häufig die gleichen Anlagen zn Bildungsfehlern und Krankheiten haben und die ungünstige Wirkung dieser Anlagen sich dann bei den Nachkommen summiert. Der Züchter schließt dies so gut als möglich aus, indem er nur tadellose Exemplare paart. Beim Menschen fehlt aber diese sorgfältige und scharfe Auslese und läßt sich vielfach auch gar nicht treffen, weil wir gar nicht jene Kenntnisse über unsere Stammbäume haben, über welche der Züchter bei seinen Tieren verfügt. Man muß daher vor Verwandtenehen dringend warnen. Daß die Natur viele Einrichtungen getroffen hat, namentlich bei den Blütenpflanzen, um eine Selbstbefruchtung zu verhüten, muß uns als Fingerzeig dienen. Die Statistik berichtet von den Verwandtenehen Schlimmes. So hat Morris berechnet, daß mißgebildet waren
von 100 Kindern aus Blutschande . . . 96.1
" " " aus dem Verkehr zwischen Onkeln und Tanten mit Nichten und Neffen . .81,8
" " " aus Geschwisterkinderehen
1. Grades . . . 67.2
2. Grades . . . 42,5
3. Grades . . . 40,8

Wie enge Blutsverwandtschaft meistens schädlich wirkt, so ist auch die Kreuzung von Rassen, die sich zu ferne stehen, nicht günstig. Insbesondere zeigen sich solche Ehen wenig fruchtbar. In Preußen z.B. treffen aus 100 rein christliche Ehen 454 Kinder, auf 100 rein jüdische 421 auf 100 Ehen zwischen Juden und Christen aber nur 138 bis 178 Kinder. Allerdings ist es möglich. daß hierbei auch die sozialen Verhältnisse, d.h. die absichtliche Einschränkung der Kinderzahl eine große Rolle spiele

Die vorstehenden Erörterungen dürften genügen, um zu zeigen, welch ungeheuer ernstes Geschäft die Gattenwahl ist oder vielmehr sein sollte! Freilich dürfen wir auch wieder nicht zu wählerisch sein. Völlig normal und erblich unbelastet ist schließlich kein einziger Mensch, und andererseits lehrt die Erfahrung, daß krankhafte Anlagen in Familien, ebenso wie sie entstanden sind, auch wieder vergehen können. In der Regel ist nur ein Bruchteil der Keime, welche ein mit vererbten Fehlern, Krankheiten oder Krankheitsanlagen behaftetes Individuum erzeugt, mit der schlimmen Erbschaft behaftet, und selbst, wenn ein krankhafter Keim an der Entstehung eines Kindes beteiligt ist, muß nicht bei diesem der Fehler oder die Krankheit zur Entwicklung kommen, da die krankhafte Beschaffenheit des einen Keimes durch die gesunde des anderen unwirksam gemacht, unterdrückt werden kann (Dominanz oder Prävalenz der normalen Anlage über die krankhafte; Rezession der krankhaften Anlage gegenüber der normalen) und bei manchen krankhaften Anlagen zweckmäßige Lebensweise den wirklichen Ausbruch der Krankheit zu verhindern permag. Durch fortgesetzte Kreuzungen mit Stämmen, welche von der krankhaften Anlage frei sind, kann so das Krankhafte dauernd verborgen gehalten und so trotz des Vorhandenseins der krankhaften Anlage in gar manchen der Nachkommen eine ganze Neihe von Generationen erzeugt werden, welche von der betreffenden Krankheit vollkommen frei sind. Nur dann, wenn bei unzweckmäßiger Gattenwahl zwei krankhaste Anlagen gleicher Art zusammentreffen, tritt dann die ererbte krankhafte Anlage in dem betroffenen Nachkommen als Krankheit hervor. So scheint es sich glücklicherweise mit der Mehrzahl der Kranke heitsanlagen des Nervensystems zu verhalten, bei denen also die richtige Kreuzung von ausschlaggebender Wichtigkeit ist. Aber nicht immer ist das Verhältnis der krankhaften zur gesunden Anlage ein solches, wie wir es soeben besprochen haben; in nicht wenigen Fällen dominiert die krankhafte Anlage über die normale, so daß alle Individuen, welche die abnorme Anlage besitzen, auch tatsächlich abnormal geratend!

Als vernünftige Regel wäre daher etwa folgendes hinzustellen: Leute mit ernsteren Bildungsfehlern; Degenerierte wie: Idioten, Schwachsinnige, Irrsinnige, Epileptische, Säufer, verbrecherische Naturen; chronisch Kranke wie: an Tuberkulose Leidende, Syphilitische im sekundären Stadium, dürfen sich an der Fortpflanzung unbedingt nicht beteiligen. Ebenso taugen nicht zur Fortpflanzung Individuen, welche in ihrer körperlichen Entwicklung zurückgeblieben sind oder deren Geschlechtscharaktere mangelhaft ausgeprägt sind; also namentlich nicht Frauen mit schlecht entwickelten Brüsten und Hüften, oder solche, die nicht oder von Anfang an unregelmäßig oder krankhaft menstruieren. Schlechte Entwicklung des Knochengerüstes, deutliche Spuren früherer Rachitis (englische Krankheit) sind bei der Frau besonders auch deshalb bedenklich, weil dann gewöhnlich auch Fehler am knöchernen Becken vorhanden sind, welche das Gebären erschweren oder selbst unmöglich machen können. Schlechte Zähne lassen befürchten, daß die Frau nicht imstande sein werde, ihre Kinder zu stillen, da beide Gebrechen sehr häufig zusammen auftreten.

Glücklicherweise findet der unverdorbene Geschmack des Mannes nur solche Frauen schön und verlockend, bei denen der ganze Körper und insbesondere die Geschlechtscharaktere gut entwickelt sind und die daher auch zur Zeugung am besten geeignet scheinen. Wer kräftige Kinder zu erhalten wünscht, suche sich überhaupt einen kräftigen, gesunden Gatten. Wer selbst nicht ganz kräftig ist, muß um so mehr trachten, eine kräftige, blühende Frau zu bekommen.

Leider täuscht aber oft der Schein; die Jugendblüte verhüllt manche Mängel. In sehr vielen Fällen ist auch die hervorragende Beschaffenheit eines Individuums rein individuell und nicht vererblich ("Plusvariante"). Ebenso können Schwächlichkeit oder gewisse Arten von Kränklichkeit rein individuell sein bei guten Keimstoffen ("Minusvariante")! Es ist daher unbedingt notwendig, sich nicht allein um die Beschaffenheit des zu ehelichenden Jndividuums selbst, sondern auch um seine Abstammung zu kümmern. Gute Abstammung gibt die beste Bürgschaft für gute Nachkommen! Viel verläßlicheren Aufschluß als die Betrachtung des einen Individuums allein gewährt die Betrachtung der Beschaffenheit und Lebensführung seiner Eltern. Haben diese vernünftig und rechtschaffen gelebt, sind sie gesund alt geworden, oder nach einem gesunden Leben an zufälligen Krankheiten gestorben, welche ohne ererbte Anlage auftreten, so darf man schon mit einigem Recht hoffen, daß die Tochter oder der Sohn von gesundem Stamme sind und daher selbst gute körperliche Beschaffenheit besitzen und gute Keime liefern werden.*

* Hat die Mutter ihre Kinder gesäugt, so darf man zuversichtlicher hoffen, daß auch die Tochter dazu imstande sein werde, als wenn die Mutter dazu unvermögend war.

Man achte auch auf die Beschaffenheit etwa vorhandener Geschwister und darauf, an welchen Krankheiten verstorbene Geschwister zugrunde gegangen sind. Denn wir haben schon gehört, daß krankhafte Anlagen gar nicht seiten einzelne Individuen einer Generation verschonen, in deren Nachkommen aber wieder hervortreten, also "latent" (verborgen) vom Großelter auf den Enkel übertragen werden können.

Soweit es irgend möglich ist, ziehe man Erkundigungen über die weitere Aszendenz, über die Großeltern usw. ein. Je weiter Anomalien und krankhafte Anlagen in der Aszendenz zurückreichen, je häufiger sie in der Familie aufgetreten sind, um so sicherer ist das Individuum erblich belastet, um so wahrscheinlicher ist es, daß es selbst erkranken, oder die krankhafte Anlage auf seine Nachkommen vererben wird, auch wenn augenblicklich keine Krankheitserscheinungen an ihm wahrzunehmen sind. Je schwerer das Leiden ist, um das es sich handelt, je ausgeprägter die vorkommenden Bildungsfehler und Zeichen körperlicher Entartung sind, um so größer ist die Gefahr für die Nachkommen, um so weniger läßt es sich daher verantworten, wenn ein so schwer belastetes Individuum Kinder erzeugt.

Ein rühmenswertes Beispiel von Entsagung haben die Mädchen von Tenna, einem Dorfe in Graubünden, gegeben. In diesem Dorfe hauste die Hämophilie durch vieleGenerationen und griff immer mehr um sich. Da beschlossen die Mädchen aus den belasteten Familien, die, wie wir wissen, selbst von der Krankheit stets verschont bleiben, auf die Ehe zu verzichten und so die Krankheit zum Erlöschen zu bringen!

Je unbedeutender sich nach der Häufigkeit des Vorkommens und nach der Schwere der Mängel die erbliche Belastung darstellt, um so eher ist die Fortpflanzung zulässig, wenn das Individuum selbst normal erscheint. Von größter Bedeutung ist es natürlich bei Vorhandensein einer vererblichen krankhaften Anlage in einer Familie, zu wissen, ob es sich um eine dominante oder eine rezessive Anlage handelt (s.o.). Wenn ein Individuum frei von einer in seiner Familie vorkommenden Krankheit mit dominanter Anlage ist, dann wird es sicher nur normale Keime liefern; dagegen wird ein Individuum, das selbst frei von einer Familienkrankheit mit rezessiver Anlage ist. trotzdem zum Teile krankhafte Keime liefern können. Leider ist unsere wissenschaftliche Kenntnis in dieser Hinsicht noch nicht sehr groß, so daß es als eine der wichtigsten Regeln bezeichnet werden muß, unter allen Umständen auf Kreuzung mit gesundem, d.h. von der eigenen krankhaften Familienanlage freiem Stamme zu achten. Auch rnüssen die Gatten alles zu tun suchen, um durch entsprechende eigene Lebensweise und durch Schaffung günstiger Entwicklungs- und Lebensbedingungen für die Nachkommenschaft das Hervortreten der ererbten krankhaften Anlagen zu verhindern.

Zu junge und zu alte oder erkrankte Personen sollen keine Kinder zeugen. Sowohl zu enge Verwandtschaft als zu große Verschiedenheit der Abstammung sind der Fortpflanzung ungünstig.

Selbst bei bester Abstammung, passendstem Alter und gesundem Aussehen der Erzeuger kann die Nachkommenschaft schlecht ausfallen. Es kommt gar nichr selten vor, daß scheinbar völlig gesunde Eltern aus gutem Stamme kranke oder schwer zu Krankheit veranlagte Kinder erzeugen. Dann ist Keimverderb im Spiele. So kommt es z.B. vor, daß aus der Ehe eines geheilten Syphilitikers Kinder hervorgehen, die eines nach dem anderen tuberkulös werden. Überaus häufig ist es, daß Leute, die Mißbrauch mit alkoholischen Getränken treiben oder getrieben haben, selbst scheinbar gesund sind, aber unfruchtbar sind oder überwiegend lebensschwache, mehr oder weniger verkümmerte und minderwertige, insbesondere zu Tuberkulose, zu Herz-, Nieren-, Nervenkrankheiten neigende Kinder erzeugen. Die auffallend häufige Verkümmerung der Familien der akademisch Gebildeten ist ohne Zweifel im wesentlichen die Folge der traurigen akademischen Trink- und Sexualsitten und ihrer Fortsetzung weit ins Philistertum hinein. Auch manche Berussschädigungen scheinen einen sehr üblen Einfluß auf die Keime ausüben zu können, ohne daß das die Keime liefernde Individuum selbst auffällig krank zu sein braucht. Überreichliche Ernährung schadet ebenfalls - wie bei Tieren und Pflanzen nachgewiesen ist - der Erzeugung guter Keime. Vielleicht gibt es auch noch andere schädliche Einflüsse im Leben der Wohlhabenden und der Städter, welche ihre Keime verschlechtern. Sicher ist, daß die lebenskräftigsten Keime in der Regel von Individuen zu erwarten sind, die selbst vom Lande stammen, oder väter- oder mütterlicherseits aus einer Familie, welche erst jüngst in die Stadt, in eine höhere Gesellschaftsklasse gelangt ist. Bei Kreuzung unter sich sterben die Familien der höheren Stände in der Regel binnen drei Generationen aus. Dies bedeutet für das Volk im ganzen die fortgesetzte Ausmerzung seiner begabtesten Zuchtstämme und damit die Gefahr einer fortschreitenden Verschlechterung der Beschaffenheit des Durchschnittes und zunehmenden Mangels an zur Führung geeigneten Persönlichkeiten. Es muß ernstlich versucht werden, durch vernünftige Gattenwahl und vernünftige Lebensführung diesem Unheil Einhalt zu tun.



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Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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20. 5. 1983
Die Arbeitsgruppen um den Franzosen Luc Montagnier und den Amerikaner Robert Gallo berichten in der Fachzeitschrift Science erstmals über die Isolierung des HI-Virus.

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