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Lehrbuch der Gynäkologie

Otto Küstner, 4.Auflage 1910

 

VI. ABSCHNITT.
Mikrobiotische Erkrankungen des weiblichen Urogenitaltraktes.

Kapitel XXIII.
Die gonorrhoischen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane.
Von Albert Döderlein.

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II. Gonorrhoe der Vulva und Vagina.


Auch die Vulva und Vagina leiden bei erwachsenen Frauen im ganzen wenig unter einer gonorrhoischen Infektion, bei Kindern dagegen werden die Vestibulargebilde und die Scheide der ganz besonders bevorzugte Krankheitsherd, Vulvovaginitis gonorrhoica. Die juvenil zarten Epithelien sagen den Gonokokken offenbar gut zu, durch das ungestörte Aneinanderliegen der großen Labien finden sie in den Buchten und Falten des Vorhofes eine feuchtwarme Brutstätte, in welcher sie unter intensiver Rötung, Schwellung und unter Schmerzen eine heftige Entzündung und reichliche Eiterproduktion anregen. Die Gegend der äußeren Genitalien findet man dann weithin mit schmierigem, teilweise eingetrocknetem Sekret bedeckt, beim Entfalten der Labien sind alle Buchten und Falten mit Eiter erfüllt. Wie hoch sich die Entzündung in die kindliche Scheide hinauf erstreckt, kann wegen der Engigkeit des Introitus und wegen des Hymens nicht festgestellt werden; das aus der Scheide ausfließende eiterige Sekret zeigt aber ihre Erkrankung an. Je mehr bei Erwachsenen die Genitalien zur Zeit einer virulenten Infektion kindlichen Habitus zeigen, je jünger das Individuum ist, um so mehr ausgesprochen kann auch hier das Bild der Vulvovaginitis werden. Ob Individualitäten der Haut und Schleimhaut, wie besonders zarte Epithelien bei Blondinen, eine gewisse Disposition dieser bei Erwachsenen sonst nicht so typisch auftretenden Lokalisation abgeben, muß dahingestellt sein, erscheint aber a priori wohl annehmbar. Die Vulva und Vagina Mehrgebärender mit ihrem Klaffen und ihren derberen Zellen ist wenigstens so lange sehr resistent gegen Gonokokken, als nicht atrophierende Vaginitis des Klimakteriums den Boden wieder günstiger gestaltet.

Eine völlige Negation der Vaginitis bei Erwachsenen ist demnach doch nicht gerechtfertigt, ich selbst habe mehrere Fälle gesehen, so besonders hartnäckig bei einer wegen schwerer aszendierender Genitalgonorrhoe durch vaginale Radikaloperation behandelten Frau, bei welcher noch lange Zeit nach Entfernung des Uterus samt seinen Anhängen gonokokkenhaltiges Sekret in der Scheide nachweisbar war. Das hauptsächlichste Symptom der gonorrhoischen Vaginitis ist die Eiterproduktion, außerdem besteht Rötung, Schwellung und Schmerzhaftigkeit. Auf der stark tumeszierten Schleimhaut sieht man, namentlich auf der Höhe der Papillen, Epitheldefekte, Erosionen.

Einzelner Prädilektionsstellen des Vestibulums ist noch besonders zu gedenken, da hier die Gonokokken nicht nur häufig, sondern auch sehr seßhaft vorkommen, es sind jene kleine Drüsen und Krypten welche im untersten Teile der Harnröhre und in der Nähe ihrer Mündung sowie in der Fossa navicularis sich finden, und ganz besonders die Bartholinischen Drüsen. Durch die mit Cylinderepithel ausgekleideten Ausführungsgänge dringen die Gonokokken in die Tiefe der Drüsen ein, durch Verschluß der Mündung kommt es zu Sekretstauung, Cysten oder Pseudoabszessen, welche bei Durchbruch zu langwierigen, fistulösen Eiterungen Anlaß geben. Bei Mischinfektion mit septischen Keimen kommt es hier auch zur richtigen Abscedierung der Drüse. Die Oeffnung des Bartholinischen Drüsenganges hebt sich bei Infektion der Drüse durch einen kleinen, ziemlich scharfbegrenzten, roten Entzündungshof von der Umgebung ab, ein gonorrhoisches Stigma, auf welches Sänger die Aufmerksamkeit hinlenkte und dessen Bedeutung er durch die Benennung mit "Macula gonorrhoica" kennzeichnete.



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Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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4. 7. 1934
Marie Curie (1867-1934) stirbt an einer am ehesten strahlungbedingten Leukamie. Zweimal erhielt sie in ihrem Leben den Nobelpreis. Zusammen mit ihrem Mann und A.H. Becquerel 1913 den Nobelpreis für Physik für die Erforschung der Strahlung und 1911 den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung und Erforschung des Radium.

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