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Lehrbuch der Gynäkologie

Otto Küstner, 4.Auflage 1910

 

VI. ABSCHNITT.
Mikrobiotische Erkrankungen des weiblichen Urogenitaltraktes.

Kapitel XXIII.
Die gonorrhoischen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane.
Von Albert Döderlein.

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I. Gonorrhoe der Harnröhre.


Während beim Manne ausnahmslos bei durch den Geschlechtsverkehr erfolgter Tripperansteckung die Harnröhre zuerst erkrankt und die typische, durch die heftigen Schmerzen ganz unverkennbare Urethritis gonorrhoica mit starkem Eiterfluß erzeugt wird, tritt diese Lokalisation bei der Frau im ganzen sehr in den Hintergrund, und zwar sowohl nach Quantität wie nach Qualität. Man würde sehr oft fehlgehen, wollte man bei der anamnestischen Negation jetziger oder früherer Harnbeschwerden das Vorhandensein einer weiblichen Genitalgonorrhoe ausschließen, ebenso wie man irregeleitet wäre, wenn man bei Bejahung der Frage ohne weiteres eine Gonorrhoe annehmen oder auch nur für wahrscheinlich halten würde in Analogie der Verhältnisse beim Manne, wo vielleicht in 99 unter 100 Fällen akut auftretendes Brennen und Schmerzen beim Urinieren Gonorrhoe als Ursache hat. Besonders jung verheiratete Frauen auf der Hochzeitsreise klagen infolge der Deflorationsbeschwerden häufig über mehrtägiges Brennen beim Wasserlassen. Die Benetzung
verwundeter Stellen mit Urin ist stets schmerzhaft, auch ohne daß sie infiziert sind. Selbst wenn man mit Ricord und Noeggerath die Häufigkeit der männlichen Gonorrhoe auf 80 Proz. schätzt, so wäre es doch durchaus falsch, aus solchen Beschwerden etwa in der Hochzeitsnacht akquirierte Gonorrhoe diagnostizieren zu wollen. Damit soll nicht gesagt sein, daß es nicht ebenso wie beim Manne eine akute Urethritis gonorrhoica bei der Frau gibt. Die anatomische Beschaffenheit der weiblichen Harnröhre, ihre Kürze und Weite, das Fehlen der der Pars posterior des Mannes eigenen Schlupfwinkel und Drüsen bedingen, daß die Infektion auf der Oberfläche der Harnröhrenschleimhaut abläuft und die Entzündung mit relativ wenig Beschwerden und nach kurzer Zeit abheilt oder wenigstens symptomlos wird. Nur in seltenen Fällen kommt es auch hier zu tiefer gehenden Gewebsschädigungen, welche dann unter Verdickung der ganzen Harnröhre und Erodierung der Oberfläche Beschwerden und Schmerzen unterhalten. Ebenso ist die von Wertheim mikros
kopisch unzweifelhaft festgestellte Trippererkrankung der weiblichen Blase mit der weiteren Gefahr der Aszendenz in die Ureteren und durch diese zu den Nieren wohl nur in einem sehr geringen Prozentsatz vorhanden.




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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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