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Neue Heilwissenschaft

Louis Kuhne, Leipzig 1896

 


Von Louis Kuhne.

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No. 21. Ägyptische Augenentzündung. Wasserkopf.
An diesen beiden Krankheits-Erscheinungen war der 8jährige Sohn der
Frau W. erkrankt und vier Jahre lang in den verschiedensten Kliniken und Privat-Heilanstalten mit Atropin-Eintröpfelungen, auch operativ ohne jeden Erfolg behandelt worden. Die Ärzte erklärten schliesslich, der Knabe bekomme einen Wasserkopf und dagegen sei nichts mehr zu machen. So brachte die Frau ihren Sohn in meine Behandlung. Durch meine Gesichtsausdruckskunde stellte ich hier zunächst fest, dass der viel zu grosse Kopf und die Augenentzündung des Knaben erst die Nachwehen früherer ungeheilter Leiden sein müsse. Ich erklärte der Mutter weiter, dass in diesem Falle nur ein langsamer Heilerfolg erreicht werden könnte, weil hier besonders eine Rückenbelastung vorläge. Es kamen täglich 3 bis 4 ableitende Rumpf- und Reibebäder neben reizloser Diät in Anwendung. Schon nach acht Tagen war die Entzündung in den Augen bedeutend gebessert. Die Augen konnten wieder etwas geöffnet werden, was vorher ganz unmöglich erschien. Auch die Verdauung war fast normal geworden, wie sich auch starke Ausleerungen eingestellt hatten. Nach zwei Wochen war die Empfindlichkeit der Augen gegen das Licht beseitigt, und in der vierten Woche bekam das Kind seinen früheren Scharlach wieder. Der Körper hatte jetzt wieder so viel Kraft gewonnen, um die im vierten Jahre begonnene, dann aber unterdrückte Scharlachkrise weiter fortzuführen. Nach Beendigung dieser Heilkrisis waren Augenleiden und Wasserkopf geschwunden.


No. 22. Mannesschwäche, Impotenz.
Herr Gl. aus Sp. litt an völliger Mannesschwäche. Alles dagegen Angewendete hatte nichts geholfen. Durch meine Kur, die er bei sich zu Hause anwendete, bestehend in täglichen Reibesitzbädern, abwechselnd mit Rumpfreibebädern nebst Diät ohne Fleischspeisen, war das Leiden innerhalb sechs Wochen vollständig gehoben.


No. 23. Verstopfung hei einem Säugling.
Das 1/2 Jahr alte Kind des Pfarrers Q. litt an hartnäckiger Verstopfung, die trotz aller möglichen Arzneien nicht weichen wollte. Das Kind bekam allerdings auch Milch, die womöglich dreimal gekocht wurde. Der Körper des Kindes wurde mit Fremdstoffen überfüllt, und so traten bald schwere Fieberkrankheiten und Krämpfe ein, die das Kind sehr schwächten.
Gegen die letzteren verordnete der Arzt kalte Umschläge, die aller 2 Stunden gewechselt werden sollten. Die Wirkung war natürlich völlig ungenügend, und das Kind bekam dabei die Krämpfe an einem Tage 12 mal. Jetzt kam der Vater selbst auf den Gedanken, die Umschläge aller Viertelstunden zu erneuern, und der Erfolg war ein überraschender, die Krämpfe kehrten nicht wieder.
Die Ursache jedoch, die Verstopfung, war noch nicht gehoben. Da las der Vater mein Lehrbuch der neuen Heilwissenschaft und fing sofort an, dem Kinde täglich zwei Rumpfbäder zu geben, allerdings zu warm (27°—25° E.). Die Wirkung trat dabei auch erst nach längerer Zeit ein, nach 5 Wochen erlangte das Kind endlich normalen Stuhl. Inzwischen war aber auch die Ernährung in anderer Weise geregelt worden, man gab rohe Milch und Hafergrütze, und das Kind gedieh dabei zusehends. Es wurde auch geistig lebhaft, ja ausgelassen, während es früher ein mattes und träges Wesen zur Schau trug.


No. 24. Drüsen, Geburts-Erleichterung.
Frau M. hatte Drüsengeschwülste am Halse und musste stets ein Tuch tragen, um sie zu verhüllen. Sie begann meine Kur und setzte sie mit vollem Eifer fort. Die festen Beulen wurden bald weich und nahmen dann an Grösse ab, und das ganze Befinden der Patientin wurde ein sehr gutes.
Wie sehr aber der Körper an Gesundheit gewonnen hatte, das spürte Frau M. bei ihrer nächsten Niederkunft. Sie schenkte dem siebenten Kinde das Leben und war nicht wenig erstaunt, mit welcher Leichtigkeit diesmal die Geburt erfolgte, drei Wehen genügten, das kleine Wesen zur Welt zu bringen. Das Kind war zwar klein, aber schön gebildet, und da es erst nach zwei Stunden von der Nachgeburt gelöst wurde, so behielt es seine Rosafarbe, während alle früheren Kinder bald nach der Geburt gelb wurden.
Frau M. hatte während der Schwangerschaft durchaus kein Fleisch gegessen, sie war nun aufs angenehmste überrascht, dass sie ihr Kind 3 Monate zu stillen vermochte, was ihr früher nicht möglich war.


No. 25. Ischias (Hüftweh).
Vor einigen Jahren wurde ich zu Herrn Dr. med. B. gerufen, der seit Februar an Ischias litt, die trotz aller medizinischen Behandlung immer schlimmer und schlimmer wurde. Zuletzt konnte er nicht mehr gehen und nicht mehr liegen, so dass er Tag und Nacht auf dem Sofa lehnend verbringen musste. Ich verordnete Herrn Dr. B. zwei Rumpfreibebäder von 18 bis 15 Grad täglich und für jeden zweiten Tag ein Dampfbad sowie angepasste Kost. Schon am vierten Tage brachte mir einer meiner Bademeister die Nachricht, dass eine Besserung eingetreten sei und Herr Dr. B. in der Stube umhergehen könne. In acht Tagen war die Besserung soweit vorgeschritten, dass man die Kur ohne meine Hilfe fortsetzen konnte. Nach vier Wochen war das Leiden gehoben.


No. 26. Diphtheritis, Scharlach.
Einst wurde ich zu der Frau S. gerufen, deren neunjähriges Söhnchen ziemlich heftig an Scharlach und Diphtheritis erkrankt war. Da zunächst ein Dampfbad gegeben werden musste, einer meiner Dampfbade« apparate aber nicht zur Stelle war, so wurde schnell ein solcher improvisiert. Wir setzten zu diesem Zweck den Knaben auf einen Rohrstuhl und unter diesen einen Topf mit 4 bis 5 Litern kochendem Wasser. Die Füsse wurden auf einen ebenfalls mit kochendem Wasser bis zur Hälfte gefüllten und mit zwei Latten überdeckten Eimer gestellt. Der ganze Körper wurde vorher mit einer wollenen Decke sorgfältig umhüllt. Nachdem dann der Patient tüchtig in Schweiss gekommen war, wurde er in ein 8grädiges Rumpfreibebad gebracht, worin ihm der Unterleib so lange gerieben wurde, bis die Hitze aus dem Kopfe verschwunden war. Interessant war es, zu beobachten, wie die anfangs vorhandene grosse Atemnot allmählich während dieser Operationen verschwand und einer ganz leichten und vollständig normalen Atmung Platz machte. Die Gefahr war gehoben. Ich machte aber, ehe ich fortging, die Mutter darauf aufmerksam, dass, wenn etwa nach einigen Stunden das Fieber teilweise zurückkehren sollte, die Rumpfreibebäder in energischer Weise wiederholt werden müssten, bis die Hitze verschwunden sei. Nach etwa 5 Tagen war der Knabe vollständig wieder hergestellt. So heilt man die gefürchtete Diphtheritis, gegen welche die kurzsichtige Medizingelehrsamkeit noch immer nach einem Mittel sucht!


No. 27. Taubheit, Kehlkopfspolyp, Heiserkeit.
Wegen seiner Taubheit auf dem rechten Ohre und ferner wegen eines Polypen, den er im Halse am Kehlkopfe hatte, konsultierte mich Herr Sch. von Th. Das Leiden hinderte ihn sehr am Sprechen. Alle möglichen Kliniken und Ärzte hatte er besucht, nirgends fand er Hilfe. Die Untersuchung nach der Gesichtsausdruckskunde ergab, dass er eine Vorderbelastung hatte, so dass ich ihm ein recht günstiges Resultat prophezeien konnte. In der That, es geschah, was ich in Aussicht gestellt hatte. Nachdem dieser Patient zehn Tage lang meine Kur gebraucht, teilte er mir mit, dass er bereits wieder auf dem tauben Ohre hören könne, seine Heiserkeit sowie das ewige Kratzen im Halse sei schon wesentlich vermindert. Weitere 4 Wochen waren erforderlich zur vollständigen Heilung seiner Leiden. Am Ende erklärte dieser Herr, dass er sich nie, selbst in seiner Jugend nicht, so wohlgefühlt habe, wie jetzt nach Befreiung von seinen krankhaften Zuständen.


No. 28. Neurasthenie, Chronischer Rachenkatarrh.
Herr Kl. von hier litt seit über 20 Jahren an Nervenleiden, das später in Neurasthenie übergegangen war, verbunden mit chronischem Rachenkatarrh. Viele Kuren, welche er angewendet hatte, waren erfolglos gewesen. Die Belastung des Patienten lag günstig und so konnte ich dem Patienten einen guten Erfolg in Aussicht stellen. Auch hier liess mich meine neue Heilwissenschaft nicht im Stich. Der Erfolg war ein ausserordentlicher. Einige Heilkrisen musste der Patient überstehen, schliesslich war aber jede Spur der Neurasthenie und des chronischen Rachenkatarrhs verschwunden. Der Patient fühlte sich, so sagte er, wie neu geboren.


No. 29. Gesichtsschmerzen, Neuralgie, Schlaflosigkeit, Magenerweiterung.
Ein 39jähriger Herr E. B. aus E. litt seit über 4 Jahren an eigentümlichen, krampfartigen Gesichtsschmerzen. Viele Mediziner hatte Herr B. konsultiert, ohne Hilfe zu finden, auch einen berühmten Professor, der ihm als letzte Hilfe eine Operation empfahl. Herr B. sah von dieser Operation ab und kam in meine operationslose und arzneilose Behandlung. Die Gesichtsausdruckskunde ergab rechtsseitige Belastung, weshalb auch jene Schmerzen und Zuckungen auf der rechten Gesichtsseite in die Erscheinung traten. Der Ausgangspunkt seines Leidens musste im Unterleibe gesucht werden. In der That litt Herr E. auch an Magenerweiterung. Mein Verfahren anwendend, war schon nach acht Tagen die Verdauung wie umgewandelt, normal und regelmässig. Innerhalb drei Wochen konnte Herr B. wieder die ganze Nacht hindurch gut und ohne Schmerzen schlafen, was in den letzten vier Wochen niemals möglich war, wie ihm sogar das Eisenbahnfahren zur Last geworden. Nach zwei Monaten Kur war Herr B. völlig geheilt von seinen qualvollen Leiden wie auch sein Äusseres gleichzeitig auf das vorteilhafteste verändert.


No. 30. Skrofulose, Bleichsucht, Weitsichtigkeit, Drüsenanschwellungen.
Fräulein H. G. aus Gr., Lehrerin von Beruf, hatte einige Jahre an Bleichsucht sowie Skrofulose gelitten und stellten sich infolgedessen schliesslich hartnäckige Drüsenanschwellungen und Geschwülste ein, daneben eine grosse Weitsichtigkeit. Kein Mittel wollte gegen diese Übel helfen, alles blieb erfolglos. Infolge der Weitsichtigkeit musste Frl. G. eine besondere Brille tragen, doch bald genügte auch diese nicht mehr, so dass ausser der Brille noch ein Klemmer nötig wurde.
Durch eine Freundin wurde Frl. G. mit meinem Heilverfahren bekannt gemacht, das sie ein ganzes Jahr lang möglichst streng durchführte. Sie gebrauchte täglich zwei Reibesitzbäder von 15—30 Minuten Dauer und lebte auch sonst naturgemäss. Der Erfolg war ein guter. Zunächst besserte sich die Verdauung ungeheuer. Dann schwanden die Drüsen, eine nach der andern, und mit denselben auch die bereits vorhandene Anlage zu Lungenleiden. Nachdem jede Spur von Drüsen beseitigt war, wurde auch das Augenleiden schnell besser. Nach Verlauf eines Jahres brauchte Frl. G. keine Brille mehr. Was die berühmtesten Augenärzte nicht erzielen konnten, hatte meine neue Heilwissenschaft vermocht.




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Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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Rückblick
17. 6. 1897
Todestag von Sebastian Kneipp (1821-1897), einem deutschen Priester der von eigener schwerer Erkrankung genesen ein Buch ueber die Heilkunst von Wasseranwendungen schrieb. Die Kneippsche Kur wird heute noch in vielen Heilbädern praktiziert.

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