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Atlas der Hautkrankheiten

E. Jacobi, 5. Auflage 1913

 

Hautkrankheiten
Von E. Jacobi.
Syhillis.

Seite: 4/9Zurück (Sekundärstadium)[ Einleitung | Primäraffekt | Sekundärstadium | Tertiärstadium | Atypischer Verlauf | Klinik | Hereditäre Syphillis | Therapie | Anmerkungen ]Weiter (Atypischer Verlauf)


Tertiärstadium.



Syphilis gummosa

Syphilis gummosa glandis (Chancre redux)

Syphilis gummosa

Die bisher beschriebenen, stark infektiösen sogenannten sekundären Syphilide treten in der einen oder anderen Form bei jedem Syphilitiker direkt im Anschluß an die Infektion oder als Rezidiv im Verlaufe der ersten zwei Jahre auf. Die sogenannten tertiären Erscheinungen können ausnahmsweise bei Syphilis praecox schon in den ersten zwei Jahren sich zeigen, bilden dagegen nach Verlauf einer gewissen Periode die einzigen Erscheinungen der Syphilis und können unbegrenzt lange nach der Infektion, hauptsächlich in ungenügend oder gar nicht behandelten, eventuell auch nicht diagnostizierten Fällen vorkommen. Die früher allgemein herrschende Ansicht, daß die tertiären Produkte der Syphilis nicht mehr übertragbar seien, ist durch die neueren, in einzelnen Fällen erfolgreichen Impfungen auf Affen widerlegt worden, doch scheinen nur geschlossene, nicht ulzerierte tertiäre Syphilide infektiös zu sein.

Syphilis gummosa

Syphilis tubero serpiginosa

Syphilis tertiaria

Die hauptsächlichsten Formen der tertiären Erscheinungen der Haut sind einmal die in Gruppen auftretenden und peripher fortschreitenden tuberösen Syphilide und andererseits die isolierte Gummigeschwulst. Letztere entsteht in Form eines in der Haut oder im subkutanen Gewebe liegenden derben Knotens, der allmählich an Größe zunimmt und unter roter oder livider Verfärbung (Fig. 240) zur Einschmelzung kommt, worauf entweder Resorption mit narbiger Einziehung oder Durchbruch nach außen unter Entleerung eines zähen Inhaltes erfolgt. Die dabei entstehenden Geschwüre sind wie mit dem Locheisen ausgeschlagen und lassen in ihrem Grunde nekrotisch zerfallenes Gewebe oder graue bis graugelbe Beläge erkennen (Fig. 243). Unter Fortschreiten der Neubildung und des Zerfalles bilden sich ausgedehnte und tiefe Ulcerationen, die zum Teil ihr Entstehen nicht nur Gummiknoten der Haut, sondern auch nach außen durchgebrochenen Gummen der darunter liegenden Gewebe, des nekrotisierten Knochens (Fig. 250, 254), der Muskulatur oder der Drüsen verdanken. Die stets mit Narbenbildung oder narbiger Einziehung erfolgende Heilung der Gummen tritt spontan nur selten, respektive nach langer Dauer ein.

Syphilis tubero-serpignosa

Syphilis ulcero-serpignosa

Syphilis ulcero-serpignosa

Im Gegensatz zu den isolierten Gummiknoten treten die tuberösen (Knoten-) Syphilide immer in der Mehrzahl und gruppiert auf; sie setzen sich zusammen aus einzelnen, in der Haut liegenden derben Papeln von Linsen- bis Erbsengröße und heller, später brauner bis braunroter Farbe; nach einer gewissen Zeit des Bestandes involvieren sie sich, wobei nicht selten in der Umgebung neue Knoten auftreten (Fig. 246). Dieselben können konfluieren und unter peripherem Fortschreiten und narbiger Atrophie des zentralen Teiles charakteristische serpiginöse Figuren bilden, tubero-serpiginöses Syphilid (Fig. 244). Zerfallen diese Knoten, die man auch als tertiäre Papeln bezeichnet, geschwürig, so entstehen bei zentraler Ausheilung gestrickte Narben mit serpiginösem, geschwürigem Rande, wobei die einzelnen Geschwüre gern die für Syphilis besonders charakteristische Nierenform annehmen - tubero-ulcero-serpiginöses Syphilid (Fig. 247, 248). Die Lieblings-lokalisation ist einmal im Gesicht, an der Nase und Stirngegend, sowie an den Unterschenkeln, wo der Prozeß sich leicht mit Elephantiasis kompliziert. Auch an der Vola manus kommen derartige tertiäre Syphilide vor (Fig. 245) und sind dann nur schwer von sekundären papulo-squamösen Syphiliden abzutrennen.

Syphilis gummosa linguae diffusa

Syphilis gummosa digiti

Syphilis ulcerosa palati mollis

An der Schleimhaut des Mundes zeigen Spätsyphihde meist große Neigung zum Zerfall und kommen deshalb seltener in Knotenform zur Beobachtung; gummöse Ulcerationen finden sich an Lippen, Wangen und Zahnfleisch, häufiger jedoch an der Zunge, wo sowohl isolierte, oft recht ausgedehnte ulcerierte Gummen (Fig. 242), als auch oberflächliche und tiefer sitzende, zum Zerfall neigende Knoten, sowie schließlich auch eine diffuse gummöse Infiltration vorkommen (Fig. 249). Gummöse Prozesse des harten Gaumens führen meist bald zur Perforation durch Zerstörung des Knochens (Fig. 252). Am weichen Gaumen greifen derartige Ulcerationen oft sehr rasch und unbemerkt weit um sich (Fig. 251), zerstören Tonsillen und Uvula und bilden Perforationen, so daß nicht selten nach der Ausheilung unter narbiger Schrumpfung Verhältnisse entstehen, bei denen eine Orientierung kaum mehr möglich ist (Fig. 253). Am Eingange des Kehlkopfes können schwere narbige Stenosen durch gummöse Ulcerationsprozesse sich entwickeln.

Syphilis ulcerosa palati duri

Cicatres palati mollis post ulcerationes syphillaticas

Caries syphiliticae ossium crani




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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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