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Atlas der Hautkrankheiten

E. Jacobi, 5. Auflage 1913

 

Hautkrankheiten
Von E. Jacobi.
Krankheiten P.

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Pellegra


Tafel 84, 85

Pellegra

Die Pellagra, eine in einzelnen Tropengegenden, besonders aber in Norditalien, Tirol, Spanien und auf dem Balkan vorkommende schwere Allgemeinerkrankung, wird hervorgerufen durch den längere Zeit fortgesetzten Genuß verdorbenen, resp. verschimmelten Maismehls, das mit den Schimmelpilzen oder deren Toxinen durchsetzt ist.

Pellegra

Unter Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Fieber treten hauptsächlich Darmstörungen, nervöse Symptome wie Tremor, Lähmungen, Krämpfe und psychische Störungen, sowie Erscheinungen von Seiten der Haut auf; in schweren Fällen kann das Krankheitsbild in Wochen zum Tode führen, meist aber erstreckt der Verlauf sich über Jahre.

Die uns hauptsächlich interessierende Hauterkrankung, die man als Pellagraerythem bezeichnet, wird hervorgerufen durch die Einwirkung der chemisch wirksamen Lichtstrahlen auf die durch die chronische Intoxikation überempfindlich gewordene Haut. Demgemäß treten die Erytheme in der Regel mit Beginn der Arbeit im Freien, hauptsächlich an den unbedeckt getragenen Hautstellen, an den Handrücken (Fig. 85), Unterarmen, Gesicht und Hals (Fig. 84), an letzterer Stelle in Form des Casalschen Halsbandes, weniger an Brust und Fußrücken auf. Aus vereinzelten flachen Papeln entstehen konfluierende Erytheme, die schuppen, nässen oder von Borken bedeckt sind; auch Blasen und Pusteln finden sich. Die anfangs frische, später dunklere Rötung wandelt sich bei längerem Bestände in eine braune Pigmentierung um und die im Frühjahre aufgetretene Hauterkrankung klingt in frischen Fällen im Verlaufe des Sommers und Herbstes allmählich ab; nach wiederholten Rezidiven bleibt die Hautveränderung in wechselnder Intensität dauernd bestehen. Auch an den Schleimhäuten lokalisiert sich die Erkrankung in Form einer diffusen Stomatitis mit Blasenbildung oder einer analogen Vulvitis.

Das Krankheitsbild der Pellagra ist ein sehr vielgestaltiges. — Die einzelnen Symptome, die im Verlaufe der Erkrankung vielfach wechseln, nehmen bei längerer Dauer meist an Schwere zu, bis die, in der Regel zum Tode führende Kachexie eintritt.

Die Diagnose der Pellagra ist aus der Lokalisation der im Frühjahr auftretenden Erytheme an den unbedeckten Hautpartieen, unter Berücksichtigung der nervösen und der Darmstörungen meist ohne größere Schwierigkeit zu stellen; gesichert wird sie durch die Herkunft des Patienten aus einer der Peilagragegenden.

Die Prognose ist nur in ganz frischen Fällen nicht ungünstig; bei längerer Dauer der Erkrankung ist eine Heilung ausgeschlossen.

Die Therapie der voll entwickelten Pellagra ist ganz aussichtslos und kann nur die einzelnen Symptome beeinflussen. Das Wichtigste ist die Prophylaxe, die durch Ausschaltung des ätiologischen Momentes sehr segensreich wirken kann.

Anm. 139, 140. Moulagen der Innsbrucker dermatologischen Universitätsklinik (Dr. Henning); die Reproduktion dieser in der Monographie von Merk "Die Hauterscheinungen der Pellagra" wiedergegebenen Moulagen wurde mir vom Direktor der Innsbrucker dermatologischen Klinik Herrn Prof. Merk in entgegenkommendster Weise gestattet!





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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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