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Lehrbuch der Gynäkologie

Otto Küstner, 4.Auflage 1910

 

V. ABSCHNITT.
Die Krankheiten der Harnröhre und Blase.

Kapitel XXI.
Die Krankheiten der Harnröhre und Blase.
Von Otto Küstner.

Seite: 12/14Zurück (Colpocystotomie)[ I.Urethra | Entzündung | Neubildung | Prolaps | II.Blase | Cystoskopie | Kelly's Verfahren | Palpation | Entzündung | Therapie | Colpocystotomie | Steine, Fremdkörper | Geschwülste | Neurosen ]Weiter (Geschwülste)


Blasensteine, Fremdkörper


Steinbildungen werden bei der Frau nicht so häufig beobachtet wie beim Manne, einmal, weil die veranlassenden Momente, sofern sie in

Cystitis beruhen, bei der Frau leichter ausheilen, ferner aber, weil kleine Steine die weibliche Harnröhre ohne besondere Nachhilfe passieren, und es deshalb schwer zu größeren Konkrementbildungen kommt.

fot-274-143-150Fig.274. Cystoskopisches Bild: Blasenstein.

Die Steine bestehen, wie beim Manne, meist aus Harnsäure, und um diesen Kern herum kristallisiert sich dann entweder phosphorsaure Ammoniakmagnesia oder oxsalsaurer Kalk. Die primären Niederschläge erfolgen gern um zottige, papillöse Exkreszenzen der Blasenwand herum oder gelegentlich auch um Fremdkörper, welche in die Blase gedrungen sind, abgebrochene Katheterstücke, Haarnadeln und andere Repräsentanten des Masturbationsinstrumentariums, gelegentlich auch um Ligaturfäden, welche aus der Nachbarschaft nach Operationen an den Beckenorganen in die Blase "eingewandert", durchgeeitert sind.

Wenn Katarrh der Blase schon bestand, wird er durch die Steinbildung beständig erhalten, im anderen Falle durch sie erzeugt. Dabei besteht hochgradiger Tenesmus, der stark eiterige Urin enthält häufig Beimengungen von Blut; mitunter stockt plötzlich bei der Miktion der Urinstrahl, der Stein verlegt die Urethra.

Die Diagnose ist oft nicht schwer. Schon durch die bimanuell, von Scheide und Bauchdecken aus geübte Untersuchung gewahrt man die entsprechende Resistenz in der Blase, von welcher zunächst zweifelhaft bleiben kann, ob sie einem Stein, oder einer Neubildung, oder einem Fremdkörper entspricht. Die Cystoskopie liefert recht verläßliche Bilder. Fast völlig werden die bestehenden Zweifel durch die Radiographie gehoben.

Die Entfernung der Steine ist bei der Frau viel einfacher als beim Manne. Sind sie weich (Harnsäuresteine), so kann man sie mit einer starken Kornzange, von der Urethra eingehend, zerquetschen und stückweise, unter Nachhilfe von Spülungen, herausziehen. Sind sie größer und sehr hart, so dürfte eine schulgerechte Lithotrypsie entschieden aussichtsvoll sein. Schneller kommt man mit dem Scheidenblasenschnitt zum Ziel. Er ist unter allen Umständen gewaltsamen Dehnungen der Urethra, bei welchen diese dann doch meist einreißt, vorzuziehen, also schon bei harten Steinen von etwa Taubeneigröße. Längsschnitt genau in der Medianlinie durch die vordere Vaginalwand in die Blase, welche man sich mit einem gekrümmten, nicht biegsamen sondenartigen Instrument (Uterusstöpsel, Fig. 159 Kap. XI) entgegenstülpt; durch diesen wird der Stein extrahiert und darauf der Schnitt vernäht oder bis zur Ausheilung der Entzündung offen gelassen.


Fig.275. Haarnadel in der Blase, Röntgenbild. Außer der Haarnadel ist der Schatten des vorderen Beckenhalbringes und der unteren Kreuzbeinhälfte zu sehen.
Frl. L.S. gibt zu, mit einer Haarnadel mastubiert zu haben. Dabei sei sie eingeschlafen und die Haarnadel sei verschwunden. Enorme Blasenbeschwerden, blutige Beimengung zum Urin. April 1904 Kolpocystotomie, Entfernung der Nadel; später operativer Verschluß der Fistel.

Nach der Entfernung des Steines ist der zurückbleibende Blasenkatarrh durch Ausspülungen weiter zu behandeln. Sollte ein Stein zu groß erscheinen, als daß man ihn durch diese Operation entfernen zu können glaubt, so ist entweder nach der Operation noch seine Zertrümmerung vorzunehmen, oder es ist von vornherein der hohe Steinschnitt zu machen. Schnitt über der Symphyse, extraperitoneale Eröffnung der Blase und Extraktion von oben.




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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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Rückblick
23. 1. 1896
Nature veröffentlicht die Arbeit über eine neue Art von Strahlen von Wilhelm Conrad Röntgen. Am gleichen Tag präsentiert Röntgen in Würzburg erstmals öffentlich die Wirkung der später nach ihm benannten X-Strahlen.

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