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Atlas der Hautkrankheiten

E. Jacobi, 5. Auflage 1913

 

Hautkrankheiten
Von E. Jacobi.
Krankheiten R bis S.

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Sporotrichosis Beurmanni.


Tafel 38, 39.

Sporotrichosis (de Beurmann).

Die durch Ansiedlung gewisser, mit dem Namen Sporotrichum belegter Fadenpilze in der Haut entstehenden Veränderungen sind hauptsächlich von de Beurmann und seinen Mitarbeitern beschrieben und genauer bestimmt worden.

Sporotrichosis (de Beurmann).

Die Sporotrichosis, die ein ungemein variables Krankheitsbild darbieten kann, scheint am häufigsten in 2 Typen aufzutreten, bei deren einer, der Sp. gummosa disseminata tuberculoides (Fig. 62), sich langsam und schmerzlos multiple tiefe subkutane Knoten entwickeln, die später die Haut einbeziehen und hervorwölben, zentral erweichen und aus einer engen Fistel auf Druck erst dicken Eiter, dann seröse, auch blutig tingierte Flüssigkeit entleeren. Die zentrale vertiefte Öffnung ist von einem derben Infiltrationsring umgeben, die Farbe ist blaurot. Tendenz zur Spontanheilung besteht nicht. Das ganze Bild ähnelt sehr den Gommes scrofuleux, doch fehlen Drüsenschwellung und sonstige Erscheinungen der Tuberkulose.

Sporotrichosis verrucosa.

Bei der zweiten, selteneren Form (Fig. 63) entsteht ziemlich rasch ohne Temperaturerhöhung ein schmerzhaftes Ulcus, das im Zentrum Neigung zur Vernarbung zeigt, während die unregelmäßig gestalteten, scharf geschnittenen Randpartien von zottig papillomatösen Wucherungen eingenommen sind. Von diesem Ulcus primitivum geht aus ein Lymphstrang mit einer Anzahl gummaartiger Knoten, die, teils beweglich, teils der Haut adhärent, diese schließlich durchbrechen und sich in verruköse Plaques umwandeln, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der primären Läsion aufweisen; indessen können auch durch direkte Inokulation verruköse Plaques entstehen, die äußerlich vollkommen das Bild des Lupus verrucosus zeigen und nur durch den Kulturversuch als zur Sporotrichosis gehörig erkannt werden können (Fig. 64). - Sp. dermica verrucosa. Andere, wohl ebenfalls durch direkte Übertragung der Erreger entstandene, frischere Herde ähneln einem Acneknoten, wieder andere einem Plaque von Ecz. seborrhoicum oder von Pityriasis (Fig. 65). Letztere

Sporotrichosis epidermica.

Form bezeichnet de Beurmann als Sp. epidermica (pityriasiformis).

Andere Typen der Sporotrichosis, die von Schenk-Hektoen beschriebene lymphangitisch-gummöse systematisierte Form, wie die Dor'sche Form mit multiplen großen Abscessen, scheinen weit seltener vorzukommen.

Die Sporotrichosis Beurmanni zeigt in den beiden erstgenannten Typen eine große Ähnlichkeit mit gewissen Formen der Tuberkulose, speziell mit dem Scrophuloderma, sowie mit der gummösen Syphilis. Bei der Sp. gummosa disseminata tuberculoides fällt die Art der Erweichung - Bildung einer engen zentralen Fistel, umgeben von einer breiten indurierten Zone - sowie das Fehlen anderweitiger tuberkulöser Erscheinungen auf. Die zweite Form macht rascher als Tuberkulose und als Syphilis weitgehende Veränderungen.

Die Diagnose der Sporotrichosis kann mit Sicherheit nur nach dem Resultat des Kulturversuches gestellt werden. Auf den meisten Nährböden, am sichersten auf dem Sabouraudschen Milieu de choix, entstehen nach Aussaat von Gewebs-stückchen, Eiter, Sekret oder Schuppen bei mittlerer bis Körpertemperatur innerhalb 5 - 10 Tagen kleine weiße, manchmal bräunliche Kulturen, von einem flachen zarten Strahlenkranze umgeben, die sich bei weiterem Wachstum braun bis schwarz färben. Mikroskopisch bestehen dieselben aus langen, etwa 2 µ breiten, geraden oder leicht gekrümmten, manchmal verzweigten Fäden, an und neben denen zahlreiche eiförmige Sporen von verschiedener Größe sich finden. Im Eiter, Sekret, sowie im Gewebe sind die Pilze mit dem Mikroskop nur sehr schwer nachweisbar. Bei Tierimpfungen mit Kulturen entstehen der Sporotrichosis analoge Veränderungen; Impfungen mit Eiter oder Gewebsstückchen ergeben kein Resultat.

Die Prognose der Sporotrichosis ist, besonders wenn die Diagnose rechtzeitig gestellt wird, durchaus günstig, denn die richtige Therapie, innere und äußere Anwendung von Jodpräparaten führt in allen Fällen, wenn auch langsam, zu vollständiger Heilung; am besten bewähren sich intern die Jodalkalien, extern feuchte Verbände mit Jod-Jodkalium- oder ähnlichen Lösungen. Die verrukösen Formen und die Schleimhautherde heilen meist nur nach energischer Kauterisation oder nach Excision.

Anm. In Frankreich ist das Krankheitsbild der Sporotrichosis Beurmanni allgemein anerkannt und vielfach beobachtet; in Deutschland ist sie noch nicht sicher konstatiert, dürfte aber jedenfalls auch vorkommen. Vielleicht trägt die Aufnahme der Erkrankung in den Atlas dazu bei, eventuell auftauchende Fälle von Sporotrichosis als solche zu bestimmen. - Die Abbildungen wurden mit gütiger Erlaubnis von Herrn Dr. de Beurmann aus dem III. u. VI. Heft der Ikonographia dermato-logica übernommen.
Anm. 62 u. 63. Moulagen des Hopital St. Louis in Paris (Baretta). No. 2531 u. 2557. Dr. de Beurmann.
Anm. 64 u. 65. Moulagen des Hopital St. Louis in Paris (Baretta). No. 2589. de Beurmann und Qougerot.





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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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