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Atlas der Hautkrankheiten

E. Jacobi, 5. Auflage 1913

 

Hautkrankheiten
Von E. Jacobi.
Krankheiten K bis L.

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Lupus erythematosus.


Tafel 21, 22 und 23, Fig. 34.

Lupus erythematodes

In der Regel an der Haut des Gesichtes (Fig. 30), der Ohren (Fig. 31) und des behaarten Kopfes (Fig. 33), seltener an den Extremitäten (Fig. 32) findet sich bei Lupus erythematosus eine Veränderung, welche, hervorgehend aus wenig typischen roten Papeln, sich durch peripheres Fortschreiten zu Scheiben entwickelt, deren Rand frischrote Farbe zeigt und mit festhaftenden, bei längerer Dauer graugrünlich gefärbten Schuppen bedeckt ist, die beim Ablösen an ihrer Unterseite borstenartige Fortsätze entsprechend den erweiterten Follikelöffnungen aufweisen. Daneben finden sich in der Randpartie häufig comedonenartige Pfropfe, die indes trockener und nicht so fett erscheinen wie echte Comedonen. Neben diesen tiefergehenden "follikulären" Fällen von Lupus erythematosus sieht man nicht selten mehr oberflächliche "vaskuläre" Formen. Der Prozeß schreitet außerordentlich langsam peripher fort, während im Zentrum, ohne daß es zur Ulceration käme, sich narbig atrophische Stellen entwickeln, welche häufig von Gefäßerweiterungen durchzogen sind. Bei der häufigsten Lokalisation im Gesicht, auf Nase und Wangen, entsteht eine schmetterlingsartige Figur. Auf dem behaarten Kopf führt die narbige Atrophie zu dauernder Alopecie. Auch auf der Schleimhaut, besonders der Lippen kommt der scheibenförmige Lupus erythematosus nicht so selten vor.

Lupus erythematodes

Die Rötung läßt sich vollkommen wegdrücken; nie erscheinen, wie beim Lupus vulgaris, von dem die Affektion durchaus zu trennen ist, bei Glasdruck die bekannten Lupusknötchen. An den Fingern entwickeln sich gelegentlich pernionenartige Knoten, die infolge von Rhagaden und Fissuren nicht unbeträchtliche Schmerzen verursachen können; abgesehen davon macht der Prozeß wenig oder keine subjektiven Symptome. Außer dieser, als Lupus erythematosus discoides bezeichneten Form des Leidens, kommt noch eine akute Form, Lupus erythematosus disseminatus (Fig. 34) vor, bei der, zuweilen unter heftigen Allgemeinerscheinungen und Fieber zahlreiche Effloreszenzen im Gesicht und auf der Haut des Körpers auftreten, die nach kürzerem Bestände sich involvieren und nie wie bei der Scheibenform sich weiter peripher ausdehnen, sondern unter Narbenbildung abheilen. Letztere Form kann sich aus dem scheibenförmigen Lupus erythematosus entwickeln, aber auch selbständig auftreten und stellt immer ein schweres, nicht unbedenkliches Leiden dar. Die Erreger des Lupus erythematosus sind nicht bekannt, doch versucht man die Affektion in Zusammenhang mit der Tuberkulose zu bringen, und zwar derart, daß man ihre Entstehung den Toxinen der an irgend einer Stelle des Körpers, jedenfalls nicht in loco befindlichen Tuberkelbazillen zur Last legt ("Tuberculid"); ein Beweis für diese Ansicht ist bisher nicht erbracht, doch ist das häufige Zusammenfallen von Tuberkulose und Lupus erythematosus immerhin bemerkenswert.

Lupus erythematodes

Die Diagnose des Lupus erythematosus wird aus dem Sitz, aus der Scheibenform, der charakteristischen Schuppenbildung und Follikelerweiterung, sowie aus der zentralen narbigen Atrophie zu stellen sein. Differentielldiagnostisch wären in erster Reihe Syphilis und Lupus vulgaris in Betracht zu ziehen. Erstere ist durch die starke Infiltration, die Kupfer- oder Burgunderfarbe charakterisiert, auch dürften anderweitige Erscheinungen der Syphilis, selten fehlen. Gegenüber dem Lupus vulgaris wäre hauptsächlich auf das Fehlen von Lupusknötchen und Geschwüren zu achten. Psoriasis und mykotische Erkrankungen dürften durch das Fehlen narbiger Atrophie ohne weiteres auszuschließen sein.

Lupus erythematodes

Die Prognose ist mit Vorsicht zu stellen, da bei der Scheibenform die Therapie durchaus nicht immer zum Ziele führt; die disseminierte Form stellt, wie schon bemerkt, eine schwere Allgemeinerkrankung dar.

Lupus erythematodes disseminatus

Therapie: Da der Lupus erythematosus meistens, allerdings in unberechenbarer Zeit, ohne tiefere Zerstörungen zu heilen pflegt, so hat die Therapie jeden energischeren Eingriff zu vermeiden. Von äußeren Mitteln beschleunigen solche häufig die Spontanheilung, welche eine kräftige Durchblutung und seröse Durchtränkung zur Folge haben. Intensive Seifenwaschungen, ganz oberflächliche Bestreichung mit dem Paquelin, Einpinselungen mit Jodtinktur, Einreiben von Schwefel- oder Resorzinsalben sind oft erfolgreich, doch hat auf jede Anwendung eines irritierenden Mittels eine Ruhepause und Applikation indifferenter Salben oder Pflaster bis zum Ablauf der Reaktion zu folgen. Von gutem Erfolge ist manchmal Bedecken mit Hydrargyrum-Pflaster. Eine länger dauernde Darreichung von Chinin mit gleichzeitiger äußerlicher Applikation von Jodtinktur erzielt öfter auch in hartnäckigen Fällen gute Resultate; bei der vaskulären Form leistet zuweilen dauerndes Einpflastern mit Empl. salicyl.-saponat. 10 % ausgezeichnete Dienste, auch wird hierbei die Anwendung hochfrequenter Ströme gerühmt, während bei der folli-kulären Form Röntgen- oder Quarzlampenbestrahlungen sehr zu empfehlen sind, ebenso wie die Behandlung mit Kohlensäureschnee.

Anm. 30, 31, 33. Moulagen der Neisserschen Klinik in Breslau (Kröner).
Anm. 32. Moulage des hopital St. Louis in Paris (Baretta) No. 1437. Vidal. 2 Jahre bestehender symmetrischer Lupus erythematosus der Hände, gleichzeitig ist das Gesicht befallen.
Anm. 34. Moulage der Freiburger dermatologischen Klinik (Johnsen). Die flächenhafte Erkrankung der Wangenhaut läßt besonders in den Randpartien die Entstehung aus zahlreichen kleinen, runden Effloreszenzen erkennen. Unter Behandlung mit Chinin intern und gleichzeitiger Jodpinselung ist die Affektion in kurzer Zeit bis auf minimale Reste abgeheilt.





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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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