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Atlas der Hautkrankheiten

E. Jacobi, 5. Auflage 1913

 

Hautkrankheiten
Von E. Jacobi.
Krankheiten K bis L.

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Lepra (Elephantiasis Oraecorum).


Tafel 34-36, 37, Fig. 60.

Lepra tuberosa.

Der Aussatz stellt eine schon im frühen Altertum als ansteckende Krankheit bekannte, allgemeine Infektion dar, die bis zum Mittelalter ungemein verbreitet war, jedoch zurzeit der Kreuzzüge durch das Auftreten der Syphilis sehr in den Hintergrund gedrängt wurde und sich auch tatsächlich außerordentlich verminderte, so daß sie zur Zeit häufiger nur in den Tropen, vereinzelt und herdweise auch in Europa (Norwegen, Rußland, Bosnien und Herzegowina, Türkei, Griechenland, einige Fälle auch im Wallis und in der Provence; ein Lepraherd in der Gegend von Memel) vorkommt. Je nach dem Sitz der von Hansen und Neisser entdeckten Erreger, der Leprabazillen, in der Haut oder im Nervensystem unterscheiden wir eine Lepra tuberosa und Lepra nervorum (anaesthetica); nicht selten kommen Mischformen vor. Bei ersterer Form entstehen unter dem Bilde einer Allgemeininfektion - Fieber, prodromale Exantheme - allmählich Knoten und Infiltrate von verschiedener Größe, über denen die Haut meist bräunlich verfärbt und glänzend erscheint (Fig. 55), gelegentlich aber ein ekzem- oder psoriasisähnliches Aussehen aufweist (Fig. 56). Der Lieblingssitz im Gesicht führt unter frühzeitigem Ausfall der Augenbrauen und Verdickung der natürlichen Falten zu der Facies leontina genannten eigenartigen Entstellung (Fig. 57). Die Knoten können nach längerem Bestände resorbiert werden oder atonische, schwer heilende Geschwüre bilden (Fig. 58), letzteres besonders häufig auf den vielfach befallenen Schleimhäuten. Es scheint, daß diese oft den Ausgangspunkt der Hauterkrankung bilden, wenigstens wird von manchen Seiten angegeben, daß die Primäraffektion meist in der Nase sitzt.

Lepra tuberosa (psoriasiformis).

Nach längerem Bestände erkranken in der Regel die peripheren Nervenstämme, schließlich auch die inneren Organe; nach einem über Jahre sich erstreckenden Siechtum tritt, nachdem oft vorher durch Zerstörung der Cornea oder des ganzen Augapfels Erblindung dazugekommen ist, der Tod ein.

Lepra tuberosa.

Bei der Nervenlepra sind die krankhaften Veränderungen auf primäre Erkrankung der peripheren Nervenstämme zurückzuführen: Hyperästhesien, Anästhesien und Parästhesien sind im Beginn der Erkrankung regelmäßig zu konstatieren; die der Haut nahe liegenden Nervenstämme erscheinen strangartig verdickt. Dabei finden sich, teils mit den regellos angeordneten Anästhesien korrespondierend, teils unabhängig von diesen Pigmentverschiebungen oft in größerer Ausdehnung, sowie Atrophien und Lähmungen der Muskulatur (Fig. 59), hauptsächlich an den Gesichts- und Handmuskeln (die bekannte Klauenhand). Teils durch trophische Störungen, vielfach auch durch Verletzungen und Verbrennungen, die infolge der Anästhesie nicht empfunden werden, kommen Geschwüre (so Malum perforans pedis, Fig. 60) und größere Zerstörungen der Haut zu stände, die zur Absetzung von Fingern und Zehen (Mutilation) führen können.

Lepra tuberosa.

Wenn schon der Verlauf der tuberösen Lepra ein recht chronischer ist und im Durchschnitt 8 - 10 Jahre in Anspruch nimmt, ehe der Tod eintritt, so verlaufen die Fälle reiner Nervenlepra und die häufig vorkommenden gemischten Formen noch weit langsamer. Eine Dauer von 20-40 Jahren ist in derartigen Fällen nichts Außergewöhnliches.

Lepra anaesthetica.

Bei voll entwickelter Knotenlepra ist die Diagnose nicht schwierig und wird durch den Bazillennachweis gesichert; anamnestisch wäre der Aufenthalt in den Tropen oder einer Lepragegend zu berücksichtigen. Dagegen ist die Diagnose der Nervenlepra nicht leicht, besonders gegenüber gewissen spinalen Erkrankungen; zu beachten wäre die Schwellung der peripheren Nervenstämme. Bei Kombinationen beider Formen gilt das zuerst Gesagte.

Lepra; Malum perforans pedis.

Die Prognose ist absolut infaust. In therapeutischer Beziehung hat keines der bisherigen Verfahren sichere Resultate ergeben. Zu versuchen wären Natr. salicyl., Chaulmoogra-Öl, eventuell Bäder und regelmäßige Hautpflege; die Erfolge der Nastinbehandlung bedürfen noch weiterer Bestätigung. Das Wichtigste ist die Prophylaxe (Lepraheime), die in Norwegen die Zahl der Leprösen enorm reduziert hat und auch bei uns, wenigstens bis zu einem gewissen Grade eingeführt ist.

Anm. 55. Moulage der Lassarschen Klinik in Berlin (Kasten).
Anm. 56. Moulage der Neisserschen Klinik in Breslau (Kröner).
Anm. 57. Moulage des Hopital St. Louis in Paris (Baretta). No. 1000. Lailler. Lepröser von der Insel Bourbon.
Anm. 58. Moulage des Hopital St. Louis in Paris (Baretta). No. 1217. Vidal. Lepröser aus Calcutta.
Anm. 59, 60. Moulagen der Neisserschen Klinik in Breslau (Kröner). 17jährige Fischerstochter aus dem Kreise Memel; Sensibilitätsstörungen namentlich an den Armen und Beinen seit 1 '/2 Jahren bemerkt, am Körper Pigmentierungen und pigmentlose Stellen. An den Händen Daumen und Kleinfingerballen, sowie Musculi interossei atrophisch.





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Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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