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Atlas der Hautkrankheiten

E. Jacobi, 5. Auflage 1913

 

Hautkrankheiten
Von E. Jacobi.
Krankheiten K bis L.

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Lichen planus.


Tafel 54-56.

Lichen planus.

Unter dem Namen Lichen werden solche Erkrankungen zusammengefaßt, bei welchen die primäre Effloreszenz ein kleines Knötchen bildet, das keinerlei weitere Entwicklung durchmacht; es kommt deshalb dieser Name mit Recht nur dem Lichen ruber planus und acuminatus zu, letzterer eine sehr seltene Erkrankung, zuerst von Hebra beobachtet, bei der zahlreiche, rote, spitze mit einem Hornkegelchen versehene Papelchen auftreten, die durch Konfluieren eine rauhe reibeisenartige Fläche bilden können. Bei großer Ausdehnung tritt Beteiligung der Nägel auf, die Haare fallen aus und die ersten Fälle verliefen unter dem Bilde einer schweren Allgemeinerkrankung letal. Ob diese Form zurzeit nicht mehr vorkommt oder ob infolge der von Hebra eingeführten Arsenbehandlung der schwere Verlauf verhütet wird, kann dahingestellt bleiben.

Lichen planus atrophicus.

Die meisten heute beobachteten Lichen ruber-Fälle gehören dem Lichen planus an, dessen primäre Effloreszenzen winzige bis hanfkorngroße, selten größere Knötchen von wachsartigem Glanz und hellroter Farbe sind, die meist an der Oberfläche glatt abgeschnitten oder polygonal erscheinen (Fig. 88) und bisweilen mit einem fest anhaftenden Schüppchen bedeckt sind. Beim Konfluieren zahlreicher Knötchen zeigt die Haut eine eigentümliche Felderung. Die Rückbildung tritt unter starker Pigmentierung ein, beginnt häufig zentral, während die Affektion am Rande fortschreitet, wobei die Haut ein Aussehen wie chagriniertes Leder annimmt. Von subjektiven Symptomen ist besonders ein intensives Jucken hervorzuheben, welches seinerseits durch Kratzen zur Entstehung von schmalen Leisten führt, die aus Lichenknötchen zusammengesetzt erscheinen. Auch sonst finden die Lichenknötchen sich sehr verschieden angeordnet, teilweise scheibenförmig, teilweise netzförmig oder in Kreisen lokalisiert (Lichen annularis, Fig. 91). An den Unterschenkeln entsteht besonders bei längerem Bestände ein eigenartig warziges Aussehen (Lichen verrueosus, Fig. 90). Das chronische Leiden tritt in der Regel schubweise auf und bildet sich sehr langsam zurück, zuweilen unter Atrophie der von Knötchen besetzten Hautstellen (Lichen atrophicus, Fig. 89). Der Sitz der Erkrankung ist häufig an den Beugeseiten der Extremitäten (Fig. 88), jedoch kann jede Körperstelle befallen werden, auch die Schleimhaut (Fig. 92), wo die Knötchen weißlich silberglänzend mit verdicktem Epithel auftreten und häufig Ringform oder netzartige Anordnung zeigen. Bemerkenswert ist das Vorkommen am Penis, sowohl isoliert als auch im Zusammenhang mit einer allgemeinen Eruption. Sehr selten wandeln sich die Lichenknötchen in Blasen um.

Lichen planus verrucosus.

Die Ätiologie des Lichens ist noch nicht sichergestellt, doch nimmt man vielfach Erreger pflanzlicher Natur an. Die Diagnose ist ohne Schwierigkeit beim Vorhandensein typischer Lichenknötchen zu stellen. Differentielldiagnostisch wäre in erster Reihe das kleinpapulöse Syphilid, auch schlecht Lichen syphiliticus genannt, zu berücksichtigen, das jedoch durch die eigenartige Kupferfarbe syphilitischer Effloreszenzen, durch das Fehlen des Juckens und durch das Vorhandensein weiterer Erscheinungen von Syphilis auszuschließen wäre; eventuell ist die Serumreaktion nach Wassermann vorzunehmen. Bei Erkrankung größerer Flächen durch Lichen könnte auch Psoriasis in Frage kommen, doch wird das Fehlen typischer Lichenknötchen am Rande einerseits, sowie andererseits die Abschuppung in großen perlmutterglänzenden Lamellen und schließlich das Kratzphänomen die Diagnose sicherstellen. An der Planta pedis und Vola manus, wo der Lichen eigentümliche Schwielenbildung hervorruft, kann die Diagnose Schwierigkeiten machen; hier wird man nach primären Effloreszenzen zu suchen, sowie andererseits das Jucken gegenüber Ichthyosis und Psoriasis palmaris in Betracht zu ziehen haben.

Lichen planus annularis.

Die Prognose ist eine günstige, jedoch sind Rezidive und Nachschübe während der Behandlung nicht selten; besonders hartnäckig ist der Lichen der Schleimhaut. Die malignen Lichen acuminatus-Fälle Hebras werden nicht mehr beobachtet.

Lichen planus mucosae oris.

Die Therapie wird in erster Reihe in interner oder subkutaner Arsenbehandlung - Pill. asiaticae oder Injektionen von Sol. Natr. arsenicos. - zu bestehen haben, doch tritt die Heilung erst nach Anwendung verhältnismäßig großer Dosen ein. Die externe Behandlung hat zunächst den Juckreiz zu bekämpfen durch Anwendung von Teerpräparaten; auch Zinkleim-Dauerverbände beseitigen das Jucken und befördern die Resorption der Knötchen. Günstig wirken ferner Chrysarobin, Pyrogallussäure, Quecksilberpflaster oder die Unnasche Sublimat-Karbolsalbe mit gleichzeitiger Anwendung von warmen Bädern kombiniert. Röntgen- und Lichtbehandlung sind in hartnäckigen Fällen oft von großem Nutzen.

Anm. 88, 91. Moulagen des Hopital St. Louis in Paris (Baretta). No. 1398, 1554. Hallopeau Anm. 90. Moulage der Freiburger dermatologischen Klinik (Vogelbacher).
Anm. 89. Moulage der Neisserschen Klinik in Breslau (Kröner).
Anm. 92. Moulage der dermatologischen Abteilung des städt. Krankenhauses zu Köln a. Rh. (Prof. Zinsser).





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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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23. 1. 1896
Nature veröffentlicht die Arbeit über eine neue Art von Strahlen von Wilhelm Conrad Röntgen. Am gleichen Tag präsentiert Röntgen in Würzburg erstmals öffentlich die Wirkung der später nach ihm benannten X-Strahlen.

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