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Lehrbuch der Gynäkologie

Otto Küstner, 4.Auflage 1910

 

VIII. ABSCHNITT.
Allgemeine Therapie.

Kapitel XXIX.
Algemeine gynäkologisch-therapeutische Methodik.
Von Otto Küstner.

Seite: 1/17[ I. Gynäkologische Akiurgie | Narkose | Lumbalänesthesie | Operation an Vulva und Vagina | Knieellenbogenlage | Laparotomie | Suprasymphysärer Kreuzschnitt | Fascienquerschnitt | Beckenhochlagerung | Blutstillung | Drainage | Verschluß der Bauchwand | Verband | Kolpotomie | Nachbehandlung | II. Gynäkologische Massage. | III. Gynäkologische Elektrotherapie. ]Weiter (Narkose)

I. Gynäkologische Akiurgie.


Ehe man eine Kranke einer chirurgischen Operation unterwirft, ist die Frage zu beantworten, ob der Nutzen derselben größer ist als die Schädigung und die Gefahr, welche sie bedeutet. Je größer unsere Operationssicherheit in den letzten Jahrzehnten geworden ist, um so leichter kann man sich zu einer Operation entschließen, um so leichter die Kranken zu einem Entschluß bestimmen. Durfte man vor 50 Jahren eine Laparotomie nur auf eine Indicatio vitalis hin machen, so rechtfertigen heutigentages bereits lästige, inkommodierende Beschwerden eine solche. Bei vielen Affektionen ist es nur noch Geschmacksache, ob man ein operatives Verfahren wählen, die Kranken wählen lassen will, oder ein nicht operatives. Dennoch darf man nicht salopp werden und muß in jedem Falle sich darüber klar sein, daß Operation nicht Operation ist, daß es heutigentages noch lebensgefährliche Operationen gibt, daß die Lebensgefahr abhängt von dem Zustande der Kranken, den diese auf den Operationstisch mitbringt, und von der Größe des geplanten Eingriffes. Eine abdominale Totalexstirpation des carcinomatösen Uterus ist etwas anderes als ein Alexander-Adams. Um bei diesem Beispiel zu bleiben, wird man einer Frau mit einem schweren Lungenleiden die abdominale Totalexstirpation ihres krebsigen Uterus zumuten dürfen und müssen, eine Operation um eines das Leben nicht bedrohenden Leidens willen nicht.

Aber auch die operative Leistungsfähigkeit ist individuell verschieden. Eine Operation, welche in der Hand des einen verträglich ist, ist es in der des anderen nicht ohne weiteres. Ein jeder prüfe sich selbst genau und hüte sich vor Selbsttäuschung und Ueberhebung.

Vor jeder Operation, unter allen Umständen vor solchen, bei welchen Inhalationsnarkose notwendig wird, ist der gesamte Körper, sind sämtliche Organe und Funktionen genau zu untersuchen.

Ergibt die Untersuchung der Eespirationsorgane Pathologisches, so ist ernsthaft zu erwägen, ob man ihnen eine Aethernarkose zumuten darf. Schwere Erkrankungen des Lungenparenchyms oder der Bronchialschleimhaut kontraindizieren die Aethernarkose.

Liegt eine schwere Erkrankung des Herzmuskels vor, so sehe man von einer Chloroformnarkose ab. Das gilt in erster Linie von den Myocarderkrankungen, welche im Gefolge von Klappenfehlern auftreten.

Aber auch schon die Klappenfehler an sich, selbst wenn gut kompensiert, mahnen zur Vorsicht, Vorsichtig sei man auch bei Myocarderkrankungen, welche die Folge von lange anhaltenden Blutungen sind.

Sorgfältig untersuche man vor der Operation den Urin auf Aceton, Eiweiß und Zucker. Ist Eiweiß vorhanden, so hat die mikroskopische Untersuchung festzustellen, unter Berücksichtigung von Anamnese und sonstigem Befund, welcher Art und welchen Grades die Nierenerkrankung ist. Schwerere Nierenerkrankung kontraindiziert die Chloroformnarkose, gestattet dagegen den Aether.

Von ganz besonderer Bedeutung ist die Bewertung des Diabetes. Diabetes kontraindiziert jede Operation, welche nicht auf Indicatio vitalis hin geplant ist. Und handelt es sich um ein lebenbedrohendes Leiden, um ein Carcinom, um ein Ovarialkystom, so entzuckere man die Kranke vor der Operation so weit als irgend möglich. Es sind sattsam Fälle bekannt, wo sich bei Zuckerkranken an eine Operation unter Inhalationsnarkose ein Coma diabeticum anschloß, in welchem sie starben. Ich selbst habe 2 solcher Fälle erlebt.

Bei Frauen, welche an starken anhaltenden Blutungen gelitten haben, bestimme man vor der Operation den Hämoglobingehalt mit Fleischls leicht zu handhabendem Hämoglobinometer.




Seite: 1/17[ I. Gynäkologische Akiurgie | Narkose | Lumbalänesthesie | Operation an Vulva und Vagina | Knieellenbogenlage | Laparotomie | Suprasymphysärer Kreuzschnitt | Fascienquerschnitt | Beckenhochlagerung | Blutstillung | Drainage | Verschluß der Bauchwand | Verband | Kolpotomie | Nachbehandlung | II. Gynäkologische Massage. | III. Gynäkologische Elektrotherapie. ]Weiter (Narkose)


Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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26. 8. 1906
Geburtstag von Albert Bruce Sabin. Er entwickelte in den Jahren 1960/61 die Lebendimpfung mit Polioviren. Diese wirksame Impfung führte zu einem deutlichen Rückgang der Poliomyositis-Fälle und zu einer weitgehenden Ausrottung in der westlichen Welt.

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