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Lehrbuch der Gynäkologie

Otto Küstner, 4.Auflage 1910

 

III. ABSCHNITT.
Die Krankheiten des Uterus.

Kapitel XIII.
Die desmoiden Geschwülste des Uterus.
Von Albert Döderlein.

Seite: 6/9Zurück (Behandlung)[ Myom/Fibrom | Sekundäre Veränderungen | Klinik | Diagnose | Behandlung | Operation | Vaginal | Ventral | Sarkom ]Weiter (Vaginal)


Operation des Myoms.


Die operative Entfernung der Myome ist durch die Verschiedenheit der Fälle auf mehrfache Wege und Verfahren angewiesen. Zunächst haben wir zwischen den zwei Möglichkeiten zu scheiden, die Myome und den myomatösen Uterus von unten her, per vagiuam in Angriff zu nehmen oder zu exstirpieren oder von oben, d.i. per laparotomiam sich Zugang zu verschaffen. Während früher der letztere Weg nahezu ausschließlich gewählt wurde, erwuchsen auch hier wie bei den übrigen Gebieten der operativen Gynäkologie in den vaginalen Operationsmethoden immer schärfere Konkurrenten, und die Indikationsbreite für die vaginalen Myomexstirpationen dehnte sich ins Ungeahnte. Die von vornherein entgegenstehenden, bei größeren Tumoren unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten wurden dank den Fortschritten der Technik mehr und mehr überwunden, so daß wir gerade diese Operationen, die vaginalen Entfernungen der Myome, als glänzendes Beispiel für den großen Aufschwung hinstellen dürfen, den die vaginalen Operationsmethoden und damit die operative Gynäkologie in den letzten 15 Jahren genommen hat.

Es ist nicht etwa eine Erfindung allein, die hier ausschlaggebend war, sondern es ist vielmehr die glückliche Verbindung einer ganzen Reihe, den verschiedensten Autoren zu dankender Technizismen, was unsere vaginale Operationskunst auch dem myomatösen Uterus gegenüber gefördert hat.

Das meiste verdanken wir hier PEAN und seiner Schule, welche uns die Zerstückelung der Myome, das Morcellement. und die Erleichterung oder den Ersatz der Ligatur vermittelst der Klammern gelehrt hat. Als weiteren, wesentlichen Faktor sehe ich hierbei die gänzliche oder teilweise Spaltung des Uterus nach peter müller.

Abgesehen von derartigen technischen Fragen, die im einzelnen hier nicht erörtert werden können, sind noch andere, grundsätzlich wichtige Gesichtspunkte in der operativen Behandlung der Myome in den Vordergrund getreten und großenteils zum Entscheid gekommen, welche früher zu ungunsten der Kranken unberücksichtigt blieben oder nebensächlich schienen. So ist z.B. das spätere. Befinden der wegen Uterusmyomen operierten Kranken eingehend untersucht worden, wobei sich zeigte, daß auch hier wie bei anderen, verstümmelnden Operationen an den weiblichen Genitalien der Fortfall der Ovarien, besonders bei dem Klimakterium noch nicht nahestehenden Frauen sehr lebhaft und äußerst unangenehm empfunden wird, so daß die Beseitigung der Myombeschwerden mit täglich sich einstellenden lästigen "Ausfallserscheinungen", Schwindel, Wallungen, Hitze- und Angstgefühlen erkauft wurde, welche die Kranke tags und nachts peinigen und für die Zeit ihres Bestandes den Genuß der wiedererlangten Gesundheit trüben. Wir werden im Verfolg dieser Erkenntnis künftighin bei allen in den dreißiger Jahren stehenden Frauen, bei Uterusexstirpationen Ovarialgewebe zu erhalten suchen und die Technik unseres Eingriffes diesem Streben unterordnen. Wenn es irgend möglich ist. werden wir bei diesen oder gar noch jüngeren Frauen die Entfernung des Myoms selbst mit Erhaltung eines funktionsfähigen Uterus zu erreichen suchen, was bei einfachem, nicht multiplem Kugelmyom sowohl auf vaginalem Wege vermittelst der Colpotomia posterior oder anterior, wie auch auf ventralem Wege durch Enukleation des Tumors ermöglicht wird.

Der lange herrschende Streit um die verschiedenen Methoden der besten Behandlung des Uterusstumpfes, sowie die Konkurrenz zwischen der supravaginalen Amputation des myomatösen Uterus und der Totalexstirpation ist gegenüber den obigen Fragen in den Hintergrund getreten. Die fortgeschrittene Technik hat es ermöglicht, daß man auch hier auf verschiedenem Wege gleich gute Resultate zeitigen kann. Die extraperitoneale Stielbehaudlung ist verschwunden oder nur für ganz besonders geartete Fälle, vielleicht große verjauchte Tumoren reserviert, deren radikale Entfernung nicht durchführbar erscheint. Für die intraperitoneale Versenkung des Stumpfes nach supravaginaler Amputation des Uterus erscheint mir mit zweifel von einschneidender Bedeutung, ob die Absetzung des Uterus oberhalb jener schon über dem inneren Muttermund gelegenen Partie stattfindet, welche die Ein- und Ausmündung der großen parametranen Blutgefäße trägt, oder darunter, also dicht über dem äußeren Muttermund. Im ersteren Falle restiert ein größerer, unter Umständen massiger, reichlich von Blut durchströmter Uterusrest, im letzteren Falle dagegen verbleibt ein wenig blutreicher, kleiner Stumpf, der sich wie die Scheidenwände bei Totalexstirpation des Uterus leicht und einfach vernähen läßt. Während ZWEIFEL aber die möglichste Erhaltung von Uterusgewebe empfiehlt, also so hoch wie möglich amputiert, wozu er seine Partienligatur verwendet, bevorzuge ich, den Stumpf so klein als möglich zu gestalten und stets die parametranen Blutgefäße abzubinden. Ob man dann den myomatösen Uterus über dem äußeren Muttermund absetzt oder in der Scheide abträgt, erscheint belanglos, so daß hierbei gar kein so großer Gegensatz zwischen Totalexstirpation und Amputation mehr besteht.

Nach diesen allgemeinen, grundsätzlich wichtigen Vorausbemer-kungen möchte ich kurz die einzelnen Operationen in ihrer Ausführung vorüberziehen lassen.




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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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