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Neue Heilwissenschaft

Louis Kuhne, Leipzig 1896

 

Kopfschmerzen, Migräne, Gehirn-Tuberkulose, Gehirn-Entzündung, deren Entstehung, Wesen und Heilung.
Von Louis Kuhne.


Kopfschmerzen, Migräne, Gehirntuberkulose, Gehirnentzündung.


Es mag auf den ersten Blick absurd erscheinen, wenn man eine Reihe allgemein bekannter, durch die Schulmedizin scharf von einander gesonderter Leiden gleichsam in einen Topf zu werfen sich anmasst. Aber — hinweg mit den Namen — sie sind eins, sie entspringen einer Voraussetzung, sie entstehen aus einem groben Verstoss gegen die Gesetze der Natur. Es ist dies durch meine Heilmethode unumstösslich erwiesen.

Bereits an anderer Stelle erwähnte ich, dass man den Herd der Krankheit immer nur da zu suchen pflegt, wo sich gerade Schmerzen fühlbar machen. Das ist aber gerade bei allen Kopfleiden ein arger Irrtum. Haben doch diese stets ihren Ursprung im Unterleibe. Sie wurden erst im Kopfe zur Entwickelung gebracht und dort fühlbar, nachdem sie schon jahrelang im Unterleibe vorhanden waren. Die Kenner meiner Gesichtsausdruckskunde sind in der Lage, die Entwickelung, das Herannahen der Kopfleiden lange vor Ausbruch derselben zu beobachten. Desgleichen lässt sich die Anlage zu rechts- oder linksseitiger Migräne schon jahrelang vorher erkennen, nicht weniger die Anlage zu Gehirnentzündung und Gehirntuberkulose. Wie die Erfahrung zur Genüge gelehrt hat, entsteht Migräne bei rechts- oder linksseitiger Belastung des Körpers mit Fremdstoffen, wenn diese, das Gehirn bedrängend, bis in den Kopf hineingetragen werden. Die bei weitem schwersten Kopfleiden, welche in Gehirnentzündung und Gehirntuberkulose ihren naturgemässen Ausdruck finden, gehen aber aus einer Rückenbelastung hervor. Bei allen Kopfleidenden beobachten wir, nicht selten schon jahrelang vorher, eine unnormale Verdauung, sich meist in Verstopfung und Hartleibigkeit äussernd. Besonders häufig treten dabei auch Hämorrhoidalleiden und Hämorrhoidal-Knotenbildungen, überhaupt Knotenbildungen im Unterleibe in die Erscheinung. Sind doch heutzutage sogar schon bei Kindern solche Zustände wahrzunehmen! Zuweilen verschwinden jene Knoten im Unterleibe plötzlich, wodurch die Betreffenden auf einmal kopfleidend werden. Dem aufmerksamen Beobachter werden in diesen Fällen auch stets ganz bestimmte Veränderungen des Kopfes nicht entgehen. Die früher im Leibe befindlichen Knoten setzen sich nämlich wieder im Kopfe an und erscheinen hier, wenn auch viel kleiner, so doch viel härter. Bei vielen Leidenden sind sie auch äusserlich schon, meist zu beiden Seiten am Hinterkopfe deutlich fühlbar und sichtbar.

Nicht immer gelingt es dem Körper, die Fremdstoffe dieser Knoten nach dem Kopfe zu schaffen. Ist die Gärungskraft eine zu geringe, so lagern sich jene Krankheitsstoffe bereits auf dem Wege dahin am Halse, unter den Armen oder auf der Brust knotenartig ab. Indessen darf man sich diesen Vorgang nicht etwa so vorstellen, als ob der Knoten diese Wanderung vom Unterleibe nach oben in seiner runden, festen Form anträte. Er wird vielmehr zu diesem Vorgange vom Körper wieder in eine gasförmige, flüchtige, also transportfähige Form umgewandelt. Den Gärungsgesetzen im Körper unterliegend, werden nun die Fremdstoffe des Knotens gerade nach dessen äussersten Enden, also hier nach dem Kopfe drängen, ohne im Körperinnern durch irgend welche Organe daran gehindert zu sein. Ziehen sich aber nachher die Knoten im Kopfe wieder zusammen, dann wird jener Zustand geschaffen, den die Schulmedizin Gehirntuberkulose nennt. Während man vormals nur Hämorrhoidal- oder andere Unterleibsknoten, namentlich die viel verbreiteten Knoten in den Leisten, vorfand, wird man jetzt die richtigen Tuberkelknoten im Gehirn bemerken. Das Experiment der Heilung liefert uns aber auch zugleich den Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptungen. Werden durch meine ableitenden Bäder die Knoten im Gehirn zur Auflösung und Rückbildung gebracht, so sehen wir sie zunächst oben im Kopfe schwinden. Dann aber erscheinen sie zunächst als Hämorrhoidalknoten oder auch als andere Knoten im Unterleibe, also in ihrer ursprünglichen Form wieder. Erst wenn sie hier zur vollständigen Auflösung und Ausscheidung gebracht sind, ist auch die Anlage zu Kopfleiden vollständig beseitigt. Freilich darf man aus dem Gesagten nicht folgern, dass auch in jedem Falle Hämorrhoidalknoten die Disposition zu Kopfleiden liefern, oder dass jedes Hämorrhoidalleiden unbedingt Kopfschmerz nach sich ziehen müsse. Sind mir doch zuweilen auch Hämorrhoidalleidende vorgekommen, die ihr Leben lang nicht über den Kopf klagten, ein Umstand, der lediglich auf die Verschiedenartigkeit der Belastung zurückzuführen ist.

Es hat sich mir die Überzeugung aufgedrängt, dass bei Vorder- und Seitenbelastungen jene Knoten nicht so leicht nach dem Kopfe gelangen. Tritt dies dennoch ein, so kommen sie meist als Drüsen und Knoten am Halse oder in den Lungen zur Ablagerung. Solche Fälle sind dann gewöhnlich leichter und schneller heilbar, als die, wo bei Rückenbelastung Knotenbildungen auftreten. Durch meine neue Untersuchungsart, die Gesichtsausdruckskunde, vermögen wir nun schon lange vorher die Wege zu erkennen, auf welchen die Knoten oder die Fremdstoffe voraussichtlich ihren Weg nach dem Kopfe nehmen werden. Sind aber, falls keine Behinderung auf jenen Wegen eingetreten, erst Knotenablagerungen im Gehirn entstanden, dann ist auch die Disposition zu Gehirnentzündung geschaffen. Findet nun durch irgend eine Gelegenheitsursache eine plötzliche Umwandlung (Gärung) oder Auflösung der Fremdstoffe in den Knoten statt, so wird in ihrer Umgebung, hier also im Kopfe, ein hochgradiger Fieberzustand die naturgemässe Folge sein. In diesem Fall konstatiert die gelehrte Schulmedizin Gehirnentzündung, vor der sie mit allen ihren Mitteln hilflos dasteht. So wird den verehrten Lesern auch der Zusammenhang klar geworden sein, den gerade die Kopfleiden mit den Unterleibsleiden haben. Ich behaupte somit, dass nicht nur Gehirntuberkulose und Gehirnentzündung ihre Entstehungsursache im Unterleibe haben, sondern auch alle die kleineren Kopfleiden bis zum geringsten Kopfschmerz herab. Nur liegen beim letzteren weniger schwere Unterleibsleiden, wie geringere Verdauungsstörungen zu Grunde. Solcher Kopfschmerz ist dann auch nur ein vorübergehender.

Gerade bei Kopfleiden, Migräne, Kopfschmerzen, Gehirntuberkulose und Gehirnentzündung treten die Erfolge meines Verfahrens auf das handgreiflichste zu Tage. Alle diese Leiden haben also eine gemeinsame, dem Unterleibe entspringende Grundursache. Könnten sie doch sonst nicht sofort besser werden, wenn man sie, jede lokale Behandlung ausschliessend, durch meine ableitenden Bäder und durch meine diätetischen Vorschriften behandelt! Einzig und allein der Thatsache, dass mein Verfahren das Übel stets an der Wurzel fasst, sind jene erfolgreichen Kuren zu verdanken, die gerade auch bei Kopfleiden erzielt worden sind.

Wie oft habe ich die Beobachtung gemacht, dass Kopfschmerzen und Migräneanfälle durch ein einziges ableitendes Bad sofort zu beseitigen waren. Wenn mich in solchen Fällen Damen konsultierten und ich ihnen bei günstigen Belastungszuständen sagen konnte, dass, wenn sie sofort ein Reibesitzbad nehmen wollten, innerhalb einer halben Stunde ihr Kopfschmerz beseitigt sein würde, so hat mich dafür schon manche Patientin des schwachen Geschlechtes verständnislos ausgelacht. Erst nach dem Bade hatte sie begriffen, was für sie vorher unverständlich war.

Kopfleiden, jahrelang bestehend und durch eine schwere Belastung hervorgerufen, erfahren indessen nicht einen so schnellen Erfolg. Es muss sich doch erst der früher entstandene Zustand rückwärts wieder aufrollen, wobei allerdings dem Patienten auch mancher wiederkehrende Kopfschmerz nicht erspart bleibt. Ja es kommt derselbe sogar nicht selten gerade infolge der Bäder, also bei diesem Aufrollungs- und Rückbildungsprozess aufs neue vorübergehend zum Vorschein.

Hier anschliessend, sei es mir auch an dieser Stelle erlaubt, den etwas zähen Stoff der Abhandlung durch ein erläuterndes Beispiel zu beleben. Die dreizehnjährige Tochter Hedwig der Frau E. litt an ererbter Gehirntuberkulose. Ihr Vater war bereits an diesem Leiden im besten Mannesalter gestorben und hatte allen seinen Kindern die Anlage zu diesem Leiden vererbt. So litt denn auch dieses noch junge Mädchen bereits seit Jahren an quälenden Kopfschmerzen, welche infolge von Knotenbildungen im Kopfe hervorgerufen wurden. Diese Knoten waren sogar zum Teil äusserlich fühlbar und sichtbar, besonders auch hinten am Halse, weshalb auch das Kind beständig von Halsleiden heimgesucht wurde. Ausserdem klagte es über einen unerträglichen Druck auf die Augen. Der Krankenkassenarzt diagnostizierte Gehirntuberkulose und erklärte, dass sich dagegen nichts machen liesse. Der Zustand, in dem nun die Mutter das Kind zu mir brachte, war auch ein jämmerlicher. Ich stellte zunächst durch die Gesichtsausdruckskunde fest, dass dies Leiden, obgleich ererbt, dennoch die Ursache im Unterleibe des Kindes habe. Dementsprechend wurden auch für die Behandlung nur ableitende Reibebäder und naturgemässe Lebensweise angeordnet. Der Erfolg machte sich bereits in den ersten acht Tagen dadurch sehr deutlich geltend, dass die Kopfschmerzen nachliessen und der Druck nach den Augen gänzlich geschwunden war. Besonders aber hatte sich die Verdauung in ganz unerwarteter Weise gebessert, so dass sich des Kindes eine ganz andere Gemütsstimmung bemächtigte. Während es früher trübsinnig und melancholisch gestimmt war, machte es jetzt den geradezu entgegengesetzten Eindruck.

Zu gleicher Zeit waren schon nach dieser kurzen Zeit alle Halsschmerzen völlig beseitigt. Im Laufe der nächsten zwei Monate lösten sich dann auch, einige Heilkrisen verursachend, die grössten Knoten am Halse und Kopfe auf, um, nach unten abgeleitet, für immer zu verschwinden. Nach sechsmonatiger Kur war das Kind von der Gehirntuberkulose vollständig geheilt, aber auch äusserlich wie umgewandelt, geradezu verjüngt und verschönert.



Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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Rückblick
17. 6. 1897
Todestag von Sebastian Kneipp (1821-1897), einem deutschen Priester der von eigener schwerer Erkrankung genesen ein Buch ueber die Heilkunst von Wasseranwendungen schrieb. Die Kneippsche Kur wird heute noch in vielen Heilbädern praktiziert.

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