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Neue Heilwissenschaft

Louis Kuhne, Leipzig 1896

 

Zahnleiden, Schnupfen, Influenza, Halsleiden, Kropf, deren Entstehung, Wesen und Heilung.
Von Louis Kuhne.

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Zahnleiden


Schon mehrfach sind die Ursachen in Erwägung gezogen worden, welche bei Entstehung und zur Entwickelung aller dieser einzelnen Leiden in Betracht kommen. So sind auch hohle Zähne, Zahnschmerzen und Zahnleiden anderer Art sichere Anzeichen einer bedeutenden Belastung des davon Betroffenen mit Fremdstoffen. Entstehen sie doch nur durch die Wanderung der Fremdstoffe nach dem Kopfe und auch meist nur bei einer ganz bestimmten Belastung. Es ist dies der Fall, wenn die Fremdstoffe von vorn und von den Seiten in die Höhe steigen und dabei an den Zähnen ein Hindernis ihres langsamen Gärungsprozesses finden. Kein Zahnschmelz, kein Knochen ist dann hart genug, sie werden durch dieses fortwährende Andrängen allmählich mürbe oder verstockt, geradeso, wie ein morscher Ast. Die dabei oft auftretenden Schmerzen werden durch nichts anderes, als durch die zu grosse Hitze und Reibung während dieses Gärungsprozesses hervorgerufen. Während meiner Kur können sich sogar vorübergehend Zahnschmerzen einstellen. Zuweilen geschieht es, dass auch solche Personen, die früher niemals Zahnschmerzen gehabt, derartige Schmerzen bei meiner Kur vorübergehend bekommen, weil bei der Rückwärtsbewegung der Fremdstoffe auch mitunter die Zähne in Mitleidenschaft gezogen werden können. Dieselbe Erscheinung finden wir beim Rheumatismus. Sehr thöricht ist das Ausreissen der Zähne. Wird doch dadurch nur der Körper verstümmelt, keineswegs aber die Ursache der Zahnschmerzen beseitigt. Meine Methode lässt uns auch bei den Zahnleiden nicht im Stich, wie eine hinreichende Zahl von Fällen bewiesen hat. Neben den ableitenden Bädern sind es namentlich auch lokale Kopfdampfbäder (s. S. 110—111) mit nachfolgendem Rumpfreibebad, die sich als recht heilsam erweisen. Hinterher muss dann, wenn möglich, zur Wiedererwärmung noch ein längerer Spaziergang im Freien, am besten in der Sonne folgen. In den meisten Fällen wird ein solches lokales Dampfbad mit nachfolgenden Ableitungsbädern genügen, wenn nicht, dann nehme man noch ein zweites. Wer meine Kur längere Zeit fortsetzt, hat dann nur so lange mit Zahnschmerzen zu thun, bis die Fremdstoffe, welche ihren Weg über die Zähne nehmen, aus dem Kopfe nach unten geschafft sind, um dort ausgeschieden zu werden.

Eines Umstandes sei hier noch gedacht, der zu wichtig ist, als dass er nicht Erwähnung finden sollte. Ich meine damit die Notwendigkeit des Zähneputzens. An den Zähnen setzt sich fortwährend ein weisslich, gelblicher Schleim an, der sogar in feste Steinform (Weinstein) übergeht. Die Notwendigkeit des Zähnereinigens tritt indessen, das behaupte ich, nur bei kranken oder belasteten Menschen auf. Gesunde Menschen haben dasselbe ebensowenig nötig wie gesunde Tiere. Wir werden bei diesen finden, dass sie, wie ich dies vielfach auf dem Lande beobachtete, blendend weisse, gesunde Zähne haben, an die sich auch nicht eine Kleinigkeit jenes Schleimes oder Weinsteines ansetzt. Wessen Körper dagegen belastet, oder mit anderen Worten gesagt, wessen Verdauung nicht mehr völlig normal ist, der wird auch sofort an Zahnschleim und Zahnstein zu leiden beginnen, beide Erzeugnisse einer unnormalen Verdauung. Es sind also Fremdstoffe, welche aus dem Unterleibe nach oben heraufgestiegen sind und sich an den Zähnen abgelagert haben.

Die Beseitigung aller Zahnleiden kann daher nur dann bewirkt werden, wenn die Bildung der Fremdstoffe im Körper überhaupt aufhört. Sind die Zähne bereits hohl und verstockt, also zerstört, so lassen sie sich selbstredend nicht wieder herstellen, aber immer empfiehlt es sich, einen verstockten Zahn im Kiefer zu belassen. Die Natur wird ihn weit geschickter für den Körper unschädlich machen, als Menschenkunst es durch Ausreissen vermag. Zähne, die noch plombiert werden können, lasse man sich plombieren, damit der Zahn solange wie möglich zum Kauen brauchbar bleibe. Höchstens lose Zähne, die beim Kauen hinderlich sind, lasse man sich herausnehmen und, wenn irgend angängig, durch ein Gebiss ersetzen. Wenn nun von allen Knochen des Körpers gerade die Zähne am ehesten stocken, faulen und leiden, so ist gerade dieser Umstand ein augenfälliger Beweis für die Richtigkeit meiner Gärungstheorie. Die Zähne sind die einzigen Knochen, die, aus dem Körper herausragend, nicht mit Muskelfleisch umgeben sind. Bei dem eigentümlichen Gärungsprozess der Fremdstoffe ist es ganz selbstverständlich, dass gerade diese vorgeschobenen Knochenteile ganz besonders von diesem Gärungsprozesse heimgesucht werden, weil gemäss jeder Gärung gerade die äussersten Teile stets diejenigen sind, an denen der Gärungsprozess seine Zersetzungsarbeit am energischesten beginnt. Die Zähne bilden eine solche Endstation. Wären sie mit Fleisch umgeben, so würden die Fremdstoffe ihren Einfluss zunächst auf dieses ausüben.



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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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