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Neue Heilwissenschaft

Louis Kuhne, Leipzig 1896

 

Augen- und Ohrenleiden, deren Entstehung, Wesen und Heilung.
Von Louis Kuhne.

Seite: 1/8[ Augen- und Ohrenleiden | Grüner Star | Doppelsehen | Schielen | Augenleiden | Grauer Star | Linksseitige Taubheit | Schwerhörigkeit ]Weiter (Grüner Star)

Augen- und Ohrenleiden.


Sowohl das Auge als auch das Ohr, jene so wichtigen Sinnesorgane, sind tiefen Leiden unterworfen. Meist, ja fast immer, pflegen diese Erkrankungen gewissen, unmittelbar auf die beiden Organe wirkenden Einflüssen zugeschrieben zu werden, ohne dass nach einer tieferen Begründung gefragt wird. Meine Heilmethode und die bei ihrer Anwendung für mich daraus entsprungenen Erfahrungen lassen gar keinen Zweifel darüber, dass alle Augen- und Ohrenleiden, mögen sie nun Namen haben, wie sie wollen, durchweg aus inneren, chronischen Leiden entspringen. Sie sind auf jene Fälle zurückzuführen, wo entweder unterdrückte Krankheiten, so Diphtherie, Masern und Scharlach, den Rückstand neuer Krankheitserreger zurückgelassen haben, oder auch auf die Impfungsverhältnisse. Meine Gesichtsausdruckskunde bestätigt diese Behauptung auf das untrüglichste. Sie stellt jeder Augen- und Ohrenbelastung jedesmal auch eine entsprechende allgemeine Körperbelastung zur Seite, sie weist also das Vorhandensein von Fremdstoffen im Körper nach und erklärt damit den unmittelbaren Zusammenhang derselben mit den am Auge oder am Ohr zutage tretenden Krankheits-Erscheinungen.

Es ist ganz ausgeschlossen, dass ein Körper, bei dem sich Augen- oder Ohrenleiden zeigen, in seinen anderen Teilen völlig gesund sein kann. Immer müssen erst Fremdstoffe ihren Weg nach den in Mitleidenschaft gezogenen Körperteilen genommen haben, ehe in diesen eine Erkrankung vor sich geht. Dieser Vorgang kann mit Hilfe der Gesichtsausdruckskunde schon Jahre vorher äusserlich erkannt werden. Es sei nun zunächst der krankhaften Zustände des Ohres gedacht.

Wenn die Fremdstoffe ihren Weg nach den Ohren genommen haben, dann werden zunächst die feinen Gehörgänge derselben verstopft. Das Trommelfell zerplatzt vielfach dabei oder wird schlaff und vibrationsunfähig, ist also ausser Stande, in normaler Weise durch die Schallwellen in Schwingungen zu geraten. Durch diese Vorgänge entsteht auch der Mittelohr-Katarrh, welcher eine einfache Ablagerung der Fremdstoffe im Mittelohr darstellt. Bei solchen Ablagerungen pflegt man nicht selten zu beobachten, dass sich, wenn der Druck von unten stark ist, akute Zustände einstellen. Es bilden sich dann gar oft eiternde Stellen im inneren Ohr, welche, beständig gärende Fremdstoffe nach außen entleerend, schliesslich den bekannten Ohrenfluss oder das Ohrenlaufen erzeugen. Wird dieser akute Zustand nicht rechtzeitig auf natürliche Weise geheilt, so treten stets stärkere Belastungszustände und vielfach auch direkte Zerstörungen des Gehörorgans ein, die in dem Maasse schlimmer werden, als man diese akuten Krankheitserscheinungen gewaltsam durch Medikamente nach dem Körper zurückdrängt.

Wer meinen früheren Darlegungen mit Interesse und Aufmerksamkeit gefolgt ist, dem wird es auch klar werden, dass Ohrenlaufen und Schnupfen einerseits, Tripper und weisser Fluss andererseits eine gemeinsame Ursache haben müssen. Ich behaupte, dass diese verschiedenartigen Krankheitserscheinungen nichts anderes sind als latent im Körper abgelagerte Fremdstoffe, die in einen akuten Gärungszustand, in einen eiterigen oder wässerigen Schleim übergehen. Es wird dabei durch den Gärungszustand stets eine Entzündung der entsprechenden Schleimhäute und Körperteile herbeigeführt. Diese Entzündung kann, den schlimmsten Fall angenommen, sogar in eiterigen, offenen Wunden oder in kleineren Schwären ihren Ausdruck finden. Diese Entzündungszustände, die meist an inneren, nicht mit der Aussenluft direkt in Verbindung stehenden Körperteilen beobachtet werden, sind uns insofern ganz besonders wichtig, als sie uns den sichersten Beweis von einer starken innerlichen Belastung des Körpers erbringen, und uns anzeigen, dass die Lebenskraft des Körpers noch stark genug ist, um in akuten Heilkrisen die Fremdstoffe abzustossen.

Ganz ähnlich, wie bei den Krankheitserscheinungen im Ohr, verhält es sich bei denen im Auge. Hier erfüllen die Fremdstoffe die krystallklare Flüssigkeit im Innern des Auges, trüben sie und schwächen dadurch die Sehkraft. So wird die Ursache der Kurzsichtigkeit erklärlich. In anderen Fällen erfüllen die Fremdstoffe besonders die inneren Augäpfelhäute wobei es nicht selten geschieht, dass der gelbe Fleck im Auge und dessen Nerven verschoben oder bedeckt werden (schwarzer Star).

Eine gleiche Ursache liegt auch dem grauen Star zu Grunde. Bei diesem bildet sich über der Krystalllinse eine trübe Haut, die weiter nichts darstellt, als Fremdstoffe, welche sich in dieser Form vor das Auge und in die Krystalllinse drängen. Es sind dies alles Zustände, die meist eine sehr langwierige Belastung voraussetzen und daher namentlich erst bei älteren Leuten vorkommen.



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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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