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Neue Heilwissenschaft

Louis Kuhne, Leipzig 1896

 

Klima- und Tropenfieber, Malaria, Gallenfieber, Gelbfieber, Wechselfieber, deren Entstehung, Wesen und Heilung
Von Louis Kuhne.


Klima- und Tropen-Fieber


So verschiedenartig auch die Fiebererscheinungen auftreten und welchen Namen sie führen mögen, einen Ausgangspunkt haben sie alle, ein und dieselbe Ursache liegt ihrem Ausbruch und ihrer Entwickelung zu Grunde: die Gärung. Wer die klimatischen Verhältnisse der Tropen ins Auge fasst, und die enormen Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht berücksichtigt, findet sofort die bündigste Erklärung für die Heftigkeit des Auftretens der Tropenfieber, deren Intensität sich mit den rascher und kräftiger sich äussernden Gärungsvorgängen steigert. Gerade in den heissen Klimaten liegen die allergünstigsten Bedingungen zur Erzeugung heftiger Fieber vor, selbst in Fällen, wo den Körper verhältnismässig noch wenig Fremdstoffe belasten. Gemässigtere Zonen weisen niemals solche auffallende Erscheinungen auf.

Während man früher, ohne die Kenntnis der einfachen, natürlichen Deutung der Fieber-Entstehung, das Wesen der Krankheit durchaus falsch erklärte, weiss man jetzt durch meine Gesichtsausdruckskunde und durch meine eingehenden Forschungen, dass der Grund zu Fiebererkrankungen stets in einer Belastung der Menschen mit Fremdstoffen oder in einem latenten Krankheitszustande zu suchen ist, also nicht allein im Klima, nicht in einer Einwirkung von aussen. Wer glauben wollte, dass jede Körperkonstitution für das Fieber empfänglich sein müsse, der irrt sich.

Das erste Gebot zur Abwehr des Fiebers heisst, die Krankheit verhüten. Hierzu hat man immer die Mittel an der Hand. Zunächst gilt es, eine sehr mässige, reizlose Diät (Pflanzenkost), wie sie die Erzeugnisse der betreffenden Länder bietet, einzuführen, dann eine völlig naturgemässe Gesundheitspflege unter Anwendung meiner ableitenden Bäder zu beobachten. Vermag man auch in den Tropen das Wasser zu diesen Bädern nicht so kalt zu bekommen, wie in den gemässigten Zonen, so wird doch das Verhältnis der Wassertemperatur zur Luftwärme ziemlich das gleiche sein. Ausserdem begünstigt dieselbe Hitze, welche vorher das Zustandekommen der Gärungs-(Krankheits-)Erscheinungen hervorrief, auch wieder den Heilungsprozess, weil in jenen Ländern eine Wiedererwärmung nach den Bädern und das Schwitzen leichter erfolgt als bei uns. Erfahrungsgemäss haben aber meine ableitenden Bäder, vermöge ihrer innerlich kühlenden Eigenschaft eine ganz erstaunliche Wirkung auf jedes Fieber oder jeden innerlichen Gärungsprozess der Fremdstoffe im Körper. Nehmen wir beispielsweise den Fall an, ein Patient habe hochgradiges Fieber von 40° C., so fällt dessen Temperatur durch ein einziges halbstündiges Rumpfreibeoder Reibesitzbad wenigstens um 3—4°. Steigt das Fieber und damit die Temperatur im Körper dann wieder, so wird es durch ein zweites Bad wieder herunter gebracht und so fort. Wir halten damit das Fieber oder den innern Gärungsprozess der Fremdstoffe, geradeso wie der gewandte Zureiter sein Pferd, sicher und fest im Zaume. Es kann infolgedessen bei dieser Behandlung niemals zu jenen unangenehmen, quälenden Zuständen kommen, wie sie so oft bei medizinischer Behandlung in die Erscheinung treten. Niemals wird die Schulmedizin, die alle Leiden immer örtlich, also da, wo sie sich äussern, zu behandeln pflegt, durch Chinin, Antipyrin oder andere die Nerven lähmende Mittel irgend ein Fieber dauernd beseitigen können. Immer wieder werden diese Fiebermittel, wenn die schwache Dosis ihre Wirkung gethan hat, durch eine stärkere Dosis ersetzt werden müssen.
Schliesslich sind durch diese fortgesetzten Lähmungen die schwersten Krankheits-Zustände, die bedenklichsten Nervenkrankheiten entstanden, die zu beseitigen dann um so schwerer fällt.

Auf Grund meines Lehrbuches sind in allen Tropenländern Versuche mit meinem Heilverfahren gegen diese Fieberkrankheiten gemacht worden und zwar mit den überraschendsten Erfolgen. Herr R. aus Batavia schreibt mir aus Genua unter anderem:

"Soeben erfahre ich noch, dass auch meine Frau und mein Buchhalter in Batavia (Niederl. Ost-Indien), denen ich Ihr Buch zugeschickt hatte, Ihr Verfahren mit ausserordentlichem Erfolg bei dem dort so grassierenden Klimafieber angewandt haben."

Herr Pastor M. in P. L. (Brasilien) schreibt mir unterm 16. Dezember 1890 neben anderen Mitteilungen folgendes: "Was mich selbst anbetrifft, so kann ich Ihnen die dankbare Mitteilung machen, dass durch den Gebrauch Ihrer vorgeschriebenen Bäder sich Klimafieber und meine Verdauung in sehr kurzer Zeit bedeutend gebessert haben. Die Diät macht uns hier einige Schwierigkeiten im Lande des Kaffees, wo statt Schrotbrot unser Maisbrot, statt deutsche Gemüsearten unsere Bohnen und Reis, Mandijoka und andere, statt Birnen, Äpfel und Pflaumen unsere Bananen, Bataten, Melonen, Orangen, Feigen, Datteln, Maronen und andere genossen werden müssen."

Aus B., Accra, Goldküste, Westafrika, schreibt mir Herr Missionar J. S., einer meiner zahlreichen Anhänger an der Goldküste und in Kamerun, im Jahre 1891 unter anderem folgendes: "Soweit es uns möglich war, auf Grund der uns zugesandten Schriften über Ihr Verfahren dasselbe in Fieberkrankheiten (besonders Gallenfieber) hier in Anwendung zu bringen, haben wir dies versucht. Zu unserer Freude können wir berichten, dass Ihre Methode in den so häufig vorkommenden Fieberanfällen viel Erleichterung schafft."

Herr M. H. schreibt neben anderen Mitteilungen wie folgt: "Stann Creek-Belize, Brit. Honduras, Centralamerika, 3. Juli 1890. Im Besitze Ihres Lehrbuches: "Die neue Heilwissenschaft" danke ich höflichst für Ihre gütigen brieflichen Ratschläge, die ich, den Verhältnissen angemessen, möglichst genau ausführte. Ich hatte jedes Jahr mit unserem Tropenfieber, Wechselfieber, und anderen Leiden zu kämpfen, — dieses Jahr bin ich durch Anwendung Ihrer Kurmethode von allen diesen Übeln befreit geblieben."

Aus Otjimbingue (Hereroland), Südwestafrika, teilt mir Herr Fr. M. in einem längeren Schreiben an mich, nachdem er den schweren, für unheilbar geltenden Krankheitszustand seiner Frau beschrieben hatte, folgendes mit: "Alle Mittel, die ich seit 30 Jahren versuchte, konnten dem Leiden keinen Einhalt gebieten. Auch die Verdauung lag vollständig danieder. Da traf Ihr Brief ein und belehrte mich eines Besseren. Jetzt nimmt meine Frau Reibebäder. Das in letzter Zeit hinzugetretene Malariafieber ist bereits verschwunden, die Füsse schwellen ab und die Finger werden wieder dünner und gelenkiger."

Herr Missionar G. in Dar-es-Salaam (Ostafrika), der mein Heilverfahren auf Grund meines Lehrbuches an sich selbst mit bestem Erfolg angewendet hat, berichtet in den "Nachrichten aus den ostafrikanischen Missionen", Berlin, September 1890, über die gute Wirkung meiner Kur auch bei seinem Neffen folgendes:

Sonntag, den 22. Juni 1890. "Vergangene Woche war auch mein Neffe Daniel E. fünf Tage krank an heftigem Malariafieber; kein Chinin, kein Antipyrin noch Antifebrin, weder Pfefferminzthee noch Wickelungen nach Vorschrift der älteren Naturheilmethode wollten helfen, das Fieber behielt denselben Standpunkt oder stieg sogar immerzu um einige Striche. Gestern Mittag standen wir dann nach all diesen Erfahrungen ganz ratlos da. Nur eins konnte noch zur Rettung dienen, Orts- und Luftveränderung, aber wie das anfangen? Hierbei kam uns die neueste Naturheilmethode von Louis Kuhne in Leipzig in den Sinn, dessen Buch "Die neue Heilwissenschaft" ich mir eben hatte kommen lassen. Wir steckten den von Fieberhitze glühenden Kranken, der nicht in Schweiss kommen konnte, ins Wasser, d. h. gaben ihm ein je drei Minuten langes Rumpfreibebad. Sobald das Thermometer über 39° zeigte, wurde das Bad wiederholt, und wir wurden gewahr, dass das Fieber zu sinken begann. Über Nacht trat Besserung ein, und am Morgen kam Schweiss ganz von selbst. So ist ihm durch dieses einfache Verfahren in wenigen Stunden geholfen worden!"

Hätten die Beteiligten bei diesem Kranken die Rumpfreibebäder statt 3 Minuten 20 Minuten lang ausgedehnt, die Besserung wäre noch viel schneller und sicherer eingetreten. Je länger und je öfter in solchen Fällen die Bäder gebraucht werden, desto besser und vorteilhafter ist dies für den Kranken.

Von sich selber berichtet Herr Missionar G. in Dar-es-Salaam am 22. Dezember v. J. unter anderem folgendes an mich: "Um nicht zu wiederholen, was ich Ihnen schon einmal schrieb über meine Heilung von verschiedenartigen klimatischen Fieberleiden durch Ihre Methode, erwähne ich nur noch kurz, dass Ihre Wasserkuren im höchsten Grade rühmliche Erfolge bei mir haben. Ich wende sie nun auch bei den Eingeborenen, natürlich mit viel Mühe und Zeitaufwand an, und die Erfolge sind stets gute gewesen.

Ich habe nun seit Juni bei mir und den Meinen keinerlei Medikamente mehr gebraucht, als nur Wasser nach Ihrer vorgeschriebenen Methode. Wir finden uns so wohl, als es nur irgend sich denken lässt für so als ungesund bekannte tropische Gegenden. Sollte diese Ihre Wasserkurheilmethode nicht auch fürs »gelbe Fieber« in Westafrika gute Wirkungen haben?"

Herr G. hat anscheinend noch nicht vollkommen den Einheitsgedanken, den einheitlichen Zusammenhang aller Krankheiten, wie ich ihn entdeckt habe, erfasst, sonst hätte er diese Frage kaum stellen können.

Herr Missionar A. aus Kwala Rongan, Insel Borneo, schreibt mir unterm 20. Januar 1892:

Sehr geehrter Herr Kuhne!

"Im Besitze zwei Ihrer Lehrbücher "Die neue Heilwissenschaft" kann ich es nicht unterlassen, auch Ihnen meinen Dank abzustatten für die guten Erfolge der neuen Heilkunst, welche ich hier auf der Insel Borneo an mir und auch an andern Kranken erfahren habe. Es wird nun bald ein Jahr, als ich hier auf Borneo die neue Heilwissenschaft kennen lernte, als ich darauf eines Tages bei einem Freunde von dem indischen Fieber so gewaltig ergriffen wurde, dass ich es fast nicht mehr aushalten konnte, da versuchte ich es mit der neuen Heilmethode, zuerst nahm ich ein Dampfbad auf einem Rohrstuhl und darauf ein Rumpfreibebad nach Vorschrift des Lehrbuches. Die Wirkung war so kolossal dass ich nach dem Bade sogar das Bett verlassen konnte, was mir vorher unmöglich gewesen wäre. Auch mein Freund und seine Frau verwunderten sich sehr über den so raschen Erfolg. Seit der Zeit bin ich ein Anhänger der neuen Heilmethode. Auch hier an den Dajaken habe ich schon die besten Erfolge der neuen Heilkunst beobachtet. Die Dajaken, welche keine Ärzte haben, wenden von uralten Zeiten her die Dampfbäder an, nur die ableitenden Bäder kennen sie nicht.

Wollte ich Ihnen, geehrter Herr Kuhne, erzählen von allen meinen Patienten, welche ich durch die neue Heilwissenschaft geheilt, so würde mich dieses zu weit führen. Ihr Buch, geehrter Herr Kuhne, ist so recht ein Buch für die Missionäre in der Wildnis, welches einen nie im Stich lässt, dagegen die anderen Dr.-Bücher, welche ich besitze, weisen einen immer zum Arzt. Aber wer kann hier in der Wildnis einen Arzt erreichen, deshalb freue ich mich sehr, dass ich Ihr Lehrbuch über die neue Heilmethode besitze. Vor etwa drei Wochen wurde ich zu einer Frau gerufen, welcher des Nachts im Reisfeld ihre Hütte abgebrannt war, in der sie so lange geschlafen, bis ihr das Feuer an den Leib gekommen war. Die Frau sah sehr entstellt aus, besonders im Gesicht und auf den Armen, ich verordnete sofort nasse Umschläge vom Morgen bis an den Abend, am Abend verband ich sie dann nach Vorschrift Ihres Lehrbuches, auch in den nächsten Tagen bekam die Frau diese Verbände, bereits nach 8 Tagen war die Frau wieder hergestellt; ich glaube, mit einer Schmierkur hätte es wochen- oder monatelang gedauert.

Vor mehreren Wochen bekam ich einen Ausschlag auf der linken Hand, man nennt diesen Ausschlag hier zu Land: Kihis, er ist ein sehr hartnäckiger Ausschlag und entwickelt sich kreisförmig auf dem Leibe. Früher habe ich diesen Feind allezeit mit Schmieren vertrieben, er kam aber nach einiger Zeit immer wieder. Bald erscheint er unten an den Füssen, bald auf dem Gesicht, bald auf dem Rücken, bald auf den Händen. Als sich nun dieser Ausschlag vor einigen Wochen wieder auf der linken Hand zeigte, da dachte ich, jetzt will ich dich aber einmal nach der neuen Heilmethode vertreiben. Ich nahm deshalb zuerst ein Dampfbad und darauf ein Rumpfreibebad, die folgenden Tage täglich nur zwei Reibesitzbäder, schon am dritten Tage der Kur wurde der Ausschlag runzlich, so dass ich sah, dass er am Entweichen war. Auch habe ich die Hand allein gedampft und darauf allemal ein Reibesitzbad genommen. Jetzt haben sich auf der linken Hand auf der kranken Stelle zwei kleine Geschwüre gebildet, so dass ich glaube, dass hier die Fremdstoffe sich zusammenziehen. Sind die Geschwüre heil, dann ist auch der sehr juckende Ausschlag fort:

Auf diese Weise vertreibt man den sehr gefürchteten Kihis.

Ich werde allezeit die neue Heilmethode bei mir anwenden, denn bis heute habe ich noch nichts Besseres kennen gelernt. Auch versuchte ich, alle meine Freunde auf die neue Heilwissenschaft aufmerksam zu machen."

Auch aus Westafrika, Australien, Vorderindien, Capland, Westindien u. s. w. liegen zahlreiche Nachrichten über gute Erfolge mit meinem Verfahren vor, viele von Worten der Dankbarkeit und Anerkennung begleitet,



Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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Rückblick
17. 6. 1897
Todestag von Sebastian Kneipp (1821-1897), einem deutschen Priester der von eigener schwerer Erkrankung genesen ein Buch ueber die Heilkunst von Wasseranwendungen schrieb. Die Kneippsche Kur wird heute noch in vielen Heilbädern praktiziert.

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