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Lehrbuch der Gynäkologie

Otto Küstner, 4.Auflage 1910

 

VII. ABSCHNITT.
Allgemeine Diagnostik.

Kapitel XXVII.
Gynäkologisch-diagnostische Methoden.
Von Otto Küstner.

Seite: 15/15Zurück (Sekret/Eiter)[ Palpation | Inspektion | Sondierung | Mensuration | Narkoseuntersuchung | DD | Austastung | Skizzierung | Spekulum | Probepunktion | Laparotomie | Probeausschabung | Probeexzision | Sekret/Eiter | Bakteriologie ]


II. Histologische und bakteriologische Untersuchung: Bakteriologie


2) Eine histologische Untersuchung; Beispiele:

a) Einseitige Tumorbildung des Ovariums bei einer Frau in zeugungsfähigem Alter. Die Frage, ob das anscheinend unveränderte, andere Ovarium zu exstirpieren ist, wird gelegentlich von der histologischen Untersuchung des entfernten Eierstockes abhängig zu machen sein. Mehr- schichtigkeit und Unregelmäßigkeit des Epithels ist sowohl bei der adenomatösen, wie bei der papillomatösen Form der epithelialen Neubildungen das sicherste Kriterium der Bösartigkeit. Bei den stromatogenen (Fibrom, Sarkom) spricht für Malignität eine quantitativ und qualitativ exzessive Wucherung (dicht gedrängte und polymorphe Zellen).

b) Lymphdrüsen. Induration oder Metastase? Die Entscheidung hat jedoch mehr prognostischen Wert, da infiltriert erscheinende, regionäre Drüsen bei malignen Neubildungen des Uterus, wenn irgend angängig, mitexstirpiert werden.

c) Käsige, trockene Form der diffusen Tuberkulose und Carcinose des Peritoneums. Die Differentialdiagnose zwischen beiden Erkrankungen, die makroskopisch Aehnlichkeit miteinander haben können, ist an einem probeexzidierten Knötchen leicht zu stellen (Riesenzellen? Tuberkelbacillen? — unverkäste Krebsnester?); ohne praktische Bedeutung für den weiteren Verlauf der Operation.

Nach einer Operation beschäftigt uns bei der Untersuchung der entfernten Gewebsteile besonders die Frage nach der Prognose des Falles.

Wollen wir auf diese Frage eine möglichst ausführliche Antwort geben, so genügt uns die Diagnose des Tumors, selbst wenn wir sie spezialisieren (Plattenepithelkrebs, Endothelsarkom), noch nicht.

Als charakteristisch für die relativ besondere Bösartigkeit einer an sich malignen Geschwulst haben wir anzusehen:

Rasches Wachstum — flüchtiger Aufbau, zahlreiche Mitosen (zum Nachweis der letzteren Formol-MÜLLER-Härtung und Alaunkarminfärbung eines Gefrierschnittes ausreichend);

Vordringen in das umgebende Gewebe — Stiel oder Basis von Ovariengeschwülsten, Parametrien bei Uterusneubildungen: regionäre Metastasen — Randsinus der mitexstirpierten Drüsen an dünnsten Schnitten auf Einlagerung von Geschwulstzellen zu untersuchen (hier beginnt die metastatische Erkrankung der Drüse);

Fernmetastasen — diese müssen wir vermuten, wenn sich im Bereich des Tumors der Nachweis von Geschwulsteinbrüchen in größere Blut- oder Lymphgefäße erbringen läßt (die Gefäße sind am besten durch Färbung der elastischen Fasern ihrer Wandung nach Weigert kenntlich zu machen).

Schließlich erstreckt sich unsere Untersuchung gelegentlich auf die Ermittelung der Ursache eines unglücklichen Ausganges nach einer Operation.

Die exakte, unverschleierte Diagnose wird in den seltensten Fällen Herzkollaps, Shok, vielmehr „akuteste Sepsis" lauten müssen (Küstner).

Ausschlaggebend ist die „bakteriologische Sektion", wie sie Küstner nennt, und in den klinischen Betrieb eingeführt hat. Die Technik ist folgende: Wir entnehmen möglichst unmittelbar post mortem mit der Platinöse durch die aseptisch (mit ausgekochten Instrumenten etc.) wieder geöffnete Operationswunde Spuren der Flüssigkeits- oder Feuchtigkeitsschicht, welche Peritoneum viscerale oder parietale des hinteren Douglas bedeckt, und übertragen (unter Vermeidung des Hinzugelangens von antiseptischen Flüssigkeiten) in die Kultur. Da Gonokokken als Erreger akutester Sepsis nicht in Frage kommen, genügt Glyzerinagar oder Bouillon. Ein Methylenblau-Präparat gestattet zudem sofort eine Diagnose über die Art der für die Sepsis verantwortlich zu machenden Mikroben.



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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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