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Lehrbuch der Gynäkologie

Otto Küstner, 4.Auflage 1910

 

III. ABSCHNITT.
Die Krankheiten des Uterus.

Kapitel XI.
Endometritis, Metritis, Hyperplasie des Endometriums.
Von Otto Küstner.

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Klinik


Die Symptome der Endometritis hyperplastica chronica können recht variabel sein. Dauernde lästige Empfindungen in der Tiefe des Beckens, Schwere und Druckgefühl sind nicht selten. Diese Empfindungen können bei der menstruellen Kongestion eine Steigerung erfahren, sie können mit Blasenerscheinungen, häufigem Harndrang sich vergesellschaften. In anderen Fällen kommt es zur Zeit der Menstruation zu einer relativen Abschwächung dieser Symptome. Nicht selten tragen die Empfindungen von Schwere im Unterleibe deutlich die Charaktere der Wehen, sie werden mitunter intensiver, lassen dann wieder nach, sind häufig mit Schmerzen verbunden, welche nach den Leistengegenden zu ziehen, nicht selten in einer Seite stärker als in der anderen sind und, falls es rechterseits ist, als Blinddarmentzündung gedeutet werden.


Fig.157. Uterusschleimhaut nach kurz auf einanderfolgenden Auskratzungen bei nicht reponierter Retroversio-flexio uteri. Frau C.J., 37 Jahre wurde im Frühjahr 3mal hintereinander ausgekratzt. Seit Juli ununterbrochene Blutung. 23. Nov. 1897. Kolpohystcrektomie. Salpingo-oophorectomia vaginalis wegen serösen Cystoms des Ovariums. Heilung. Auf der mit Drüsen durchsetzten Schleimhaut (unten) lagert ein eigentümliches, mit Lücken ohne Epithel ausgestattetes Gewebe.

Bei manchen Kranken findet eine Steigerung dieser lokalen Empfindungen periodenweise auch außer der Zeit der Menstruation statt; sie fällt in das Intervall zwischen zwei Regeln (Mittelschmerz). In manchen Fällen wird durch das abfließende Sekret Juckgefühl in der Vulva bedingt, manche Formen von Pruritus vulvae sind ein Symptom der chronischen Endometritis.

Alle diese subjektiven Symptome pflegen stärker ausgesprochen zu sein, wenn die Endometritis das chronische Endstadium akuter bakteritischer Entzündungen darstellt, am stärksten wenn sie mit chronischen, perimetritischen, salpingitischen, oophoritischen Prozessen kompliziert ist.

Ist die Endometritis die Folge von Lageveränderungen des Uterus, so kumulieren sich die Symptome mit denen, welche von diesen ausgehen.

Besteht die Endometritis lange Zeit, so macht sich einerseits der schwächende Einfluß der gesteigerten blutigen und nichtblutigen Sekretion geltend, die Kranken leiden unter den Symptomen der Anämie. Andererseits treten ausstrahlende nervöse Erscheinungen hinzu; ausstrahlende Schmerzempfindungen nach anderen Regionen und funktionelle Beeinträchtigungen anderer Organe, Schmerzen im Rücken, Hinterkopf, Migräne, Clavus, Clonus, nervöse Dyspepsie, Cardialgie. Gerade die chronische Endometritis ist, besonders bei labilem Nervensystem, in hohem Maße geeignet, die Erscheinungen der Hysterie auszulösen.

In anderen Fällen aber fehlen all derartige subjektive Symptome und nur in dem einen, dem kardinalen objektiven Symptom manifestiert sich die Erkrankung, das ist die Steigerung der blutigen Ausscheidungen. Im Beginn handelt es sich gewöhnlich nur um exzessive, meist zu lange anhaltende Menstruation. Schon dabei kann der Blutverlust sehr bedeutend sein. In manchen Fällen hört die Menstruationsblutung nicht mehr prompt auf, sie zieht sich noch länger hin, sie fängt wieder an, wenn sie anscheinend schon geendet hat. In wieder anderen Fällen kommt es zu einer tagelang anhaltenden blutigen Sekretion zwischen zwei Perioden, eventuell begleitet von Mittelschmerz. Schließlich kann die periodische Regelmäßigkeit völlig verschwinden, die Frauen haben fast fortwährend blutige Sekretion, sind nie mehr vollständig "rein". Die Blutungen sind fast kontinuierlich wie bei Myom oder Carcinom.

Einer Erwähnung bedarf es, daß, wenn auch selten, hochgradige hyperplastische Endometritis ohne nennenswerte Blutungen bestehen kann.

Bei Frauen im zeugungsfähigen Alter stellt die Endometritis chronica für sich allein, wenn auch kein absolutes, so doch unter allen Umständen ein Konzeptionshindernis dar.




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Achtung!
Dieses Buch ist ein altes Fachbuch, der Inhalt entspricht nicht dem aktuellen Stand der Medizin. Angegebene Therapien entsprechen höchstens dem Stand der Medizin zum angegebenen Druckdatum. Dasselbe gilt für eine ggf. angegebene Rezeptur für ein Medikament. Diese entsprechen nicht dem heutigen Stand der Medizin und sind unter Umständen sogar körperlich schädigend. Die Zubereitung von Rezepturen und die Anwendung derselben gehört in die Hände erfahrener Ärzte und Apotheker.
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